Der Ausbruch des ersten Weltkriegs jährt sich 2014 zum 100. Mal. Die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts erschütterte von Europa ausgehend die gesamte Welt. Es ist immer wieder interessant und erschreckend zugleich, im Rückblick zu sehen, wie die Bevölkerung damals auf diesen Krieg reagierte.
Die zeitgenössischen Erwartungshaltungen schwankten zwischen dem Herbeisehen des Krieges ähnlich eines klärenden Gewitters, der kompletten Ignoranz der politischen Lage und pazifistischen Warnungen vor dem Großen Krieg.
In dieser Gemengelage meldete sich der Maler Félix Vallotton trotz seines fortgeschrittenen Alters freiwillig zum Militärdienst. Nachdem der gebürtige Schweizer 1900 die französische Staatsbürgerschaft angenommen hatte, schien er es geradezu nicht abwarten zu können, nun das französische Heer im Feld zu unterstützen und steht somit sinnbildlich für die Fehleinschätzung einer ganzen Generation.
Wie viele andere Künstler dieser Zeit fand auch Vallotton künstlerische Inspiration im blutigen Kriegsgeschehen.
Wer heute auf den ehemaligen Schlachtfeldern um Verdun steht spürt noch immer das Grauen des Krieges, das dieser Ort bis heute ausstrahlt. Vallotton stellt dieses Entsetzen sowohl in seinen Gemälden als auch in seinen Holzschnitten in dem für ihn typischen Realismus dar.

Das ist der Krieg: Schützengraben, 1915. Holzschnitt, 17,7 x 22,5 cm. Grafische Sammlung der Eidg. Technischen Hochschule, Zürich.
Die Ausstellung Félix Vallotton:Feuer unter Eisim Grand Palais in Paris vom 30. September 2013 bis zum 20. Januar 2014 bietet die einmalige Gelegenheit, diesen außergewöhnlichen Künstler und seine ausdrucksstarken Bilder kennenzulernen.
Passend dazu können Sie das Werk Vallottons in Natalia Brodskaïas Buch Vallotton (als Print und E-Book Format) des Verlags Parkstone-International entdecken.
www.grandpalais.fr/fr/evenement/felix-vallotton-le-feu-sous-la-glace
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