Der Tod und das Sterben in der Kunst – in den verschiedenen Epochen der Kunstgeschichte beschäftigten sich Künstler in ihren Werken mit dem Sterben und dem Tod, vor allem auch mit ihrem eigenen Ableben. Mittels unterschiedlichster Vanitas-Symbole veranschaulichten Künstler ihre eigene Sterblichkeit und hielten diese in ihrem Bildern auf eine einprägsame Weise dem Betrachter vor Augen. Von daher benennt man diese Darstellungen nach einem religiösen Leitsatz „Memento Mori – Bedenke, dass du sterben wirst”. So findet man das Memento Mori-Sujet als Stilmotiv immer wieder in der Kunst, mehrheitlich in Stillleben als in anderen Genren. Als typische Symbole verwendeten Künstler faulende oder mit Fliegen besetzte Früchte, umgekippte Weinkelche, Stundengläser, Totenschädel und viele weitere Objekte der Vergänglichkeit.
In einer abgeschwächten und weniger religiösen Form ist die Idee des Memento mori auch noch in der zeitgenössischen Kunst anzutreffen, beispielsweise bei den Surrealisten Salvador Dalí und Man Ray, dem Pop-Art-Künstler Andy Warhol und in den intermedialen Kunstwerken des Schotten Douglas Gordon.

Links: Andy Warhol, Selbstporträt, 1986. Acryl und Siebdruck auf Leinwand. Rechts: Douglas Gordon, Selbstporträt als Kurt Cobain, als Andy Warhol, als Myra Hindley, als Marilyn Monroe, 1996. C-Print. Metropolitan Museum of Art, New York.
Noch bis zum 9. Februar 2014 stellt das Museum für Gegenwartskunst in Basel in einer Ausstellung verschiedene Werke mit dem gemeinsamen Thema der Vergänglichkeit der beiden Künstler Douglas Gordon und Andy Warhol einander gegenüber. „Every time you think of me, I die, a little“ ist der Titel eines Werkes von Gorden, das gleichzeitig der Basler Ausstellung ihren Namen gibt. Dieser Satz leitet auch die Werkserie Letter Unsent (Unverschickte Briefe) von Gordon ein. Über 10 Jahre hinweg hatte der Künstler wieder und wieder Briefe verschickt, die nichts anderes beinhalteten als abgewandelte Zitate aus Literatur oder Musikstücken. Das hier abgeleitet Zitat stammt aus einem Song und lautet im Original: „Every time we say Goodbye, I die a little“ – ein sehr lyrisches Memento Mori-Motiv.
Auch in seiner Videoinstallation Looking Down With His Black, Black Ee spielt Gordon auf die historische Vorstellung vom Raben als Unglückssymbol, der als Bote des Todes galt, an.
Gleichermaßen wie Gordon konforntiert uns auch der zweite Künstler der Ausstellung, Andy Warhol auf drastische und dramatische Weise mit dem Tod. In seiner Serie Black and White Disaster #4 kommt dieser geradezu schockartig, denn bei einem Unfall überschlägt sich ein Auto und begräbt die Insassen unter sich. Alle sind augenblicklich tot. Immer wieder bildet Warhol dieses Foto der fünf Toten an, unmittelbar und als mahnende Erinnerung für die Betrachter. Durch die ständige Wiederholung des Motivs wird dieser Schrecken jedoch auch wieder ein Stück weit entkräftendet.
All jene, die sich gern näher mit der schillerenden und kontrovers diskutierten Künstlerfigur Andy Warhol auseinandersetzen möchten, sei das im Parkstone International Verlag erschienene Buch von Eric Shanes Warhol empfohlen.
Nach Kategorien
Neuste Nachrichten
- 04/03/2018 - Alles, was du dir vorstellen kannst, ist real
- 04/03/2018 - Tout ce qui peut être imaginé est réel
- 04/03/2018 - Everything you can imagine is real
- 04/02/2018 - Als deutsche Soldaten in mein Atelier kamen und mir meine Bilder von Guernica ansahen, fragten sie: ‘Hast du das gemacht?’. Und ich würde sagen: ‘Nein, hast du’.
- 04/02/2018 - Quand les soldats allemands venaient dans mon studio et regardaient mes photos de Guernica, ils me demandaient: ‘As-tu fait ça?’. Et je dirais: “Non, vous l’avez fait.”
