In der Renaissance waren viele Künstler nicht nur Meister ihres Fachs, sondern auch Mitglieder eines Standes, dem es gestattet war, mit der Herrscherelite der europäischen Länder in Kontakt zu treten. An den jeweiligen Höfen konnten sie sich zudem intensiv mit den Gelehrten der Zeit austauschen.
Der 1471 in Nürnberg geborene Albrecht Dürer wird in diesem Zusammenhang als der typische Künstler der Renaissance im nördlichen Europa angesehen. Er malte nicht nur Kaiser Maximilian I., sondern auch Persönlichkeiten der deutschen Elite wie etwa Jakob Fugger. Darüber hinaus war Dürer auch politisch aktiv, so zum Beispiel als er die Stadt Nürnberg auf dem Reichstag in Augsburg vertrat.

Albrecht Dürer, Kaiser Maximilian I. ,1519,
Öl auf Lindenholz, 86,2 x 67,2 cm.
Kunsthistorisches Museum, Wien
Ein weiterer deutscher Renaissance-Meister ist der 1497 in Augsburg geborene Hans Holbein der Jüngere, der wie Dürer Kontakt zu den Herrschern Europas hatte. Holbein ging 1523 zunächst nach Frankreich, um für König Franz I. zu malen, und anschließend nach England, wo er 1536 Hofmaler Heinrichs VIII. wurde. Dort porträtierte er nicht nur die königliche Familie, sondern auch bedeutende Männer wie Erasmus von Rotterdam und Thomas Morus, deren Bücher (Lob der Torheit und Utopia) er zudem illustrierte.
Laut einer Anekdote war es ihm jedoch nach einem Auftrag nicht mehr gestattet, Mitglieder der königlichen Familie zu malen. Holbein hatte Anna von Kleve, eine der vielen Frauen Heinrichs VIII. anscheinend zu schön gemalt, sodass der König von der wirklichen Erscheinung Annas enttäuscht war, als er sie das erste Mal sah. Wenn man sich die Schicksale der anderen in Ungnade Gefallenen am Hofe Heinrichs VIII. betrachtet, hatte der in Ungnade gefallene Holbein aber noch einmal Glück.
Die Ausstellung Strange Beauty: Masters of the German Renaissance in der National Gallery in London zeigt vom 19. Februar bis zum 11. Mai 2014 eine breite Auswahl an Werken deutscher Renaissance-Künstler, darunter Arbeiten von Hans Holbein dem Jüngeren, Lucas Cranach dem Älteren und Albrecht Dürer.
Wer sich bereits im Voraus über diese Meister der Renaissance informieren möchte, kann dies bestens mit den Renaissance-Titeln des Verlags Parkstone-International tun.
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