Wer den Namen Edvard Munch hört, mag wohl zuerst an eine Landschaft aus Blau und Rot denken, in der sich eine Brücke diagonal in den Bildhintergrund verjüngt. Zwei Personen sind am Ende der Brücke nur schemenhaft zu erkennen und im Vordergrund zeigt sich dem Betrachter eine scheinbar verzeichnete Figur, die Hände an den Wangen, mit weit aufgerissenem Mund und Augen. Der Schrei, so laut und doch stumm, hat es nicht zuletzt aufgrund des Diebstahls 2006 oder dem mit einem dreistelligen Millionenbetrag höchsten je erzielten Auktionsergebnis im Frühjahr 2012 auf die Bestsellerliste geschafft.
Aber Munch ist so viel mehr als ein Symbolist mit pessimistischer Lebensphilosophie, seine Bilder sind so viel mehr als reine „Stimmungsbilder“. Er ist einer der großen Wegbereiter des Expressionismus, Inspiration in der Art und Weise, wie er den Raum in Farbflächen auflöst. In seinen dynamischen Bildkompositionen wird die Perspektive von wenigen Linien suggeriert, Farben scheinen zu fließen und Figuren bewegen sich auf den Betrachter zu.
Motive wiederholen sich, werden zu Varianten und verselbstständigen sich schließlich. Auch Zeichnungen, Grafiken, Lithografien und Fotoarbeiten kennzeichnen das umfangreiche Werk des Norwegers. Selbstporträts aus allen Medien entwickelten sich bewusst zu einer visuellen Biografie.
Und die Tate Modern London verspricht noch viel mehr in ihrer aktuellen Ausstellung Edvard Munch, The Modern Eye, die Sie noch bis zum 14. Oktober 2012 besuchen können. Oder überzeugen Sie sich mit dem Buch des Parkstone-Verlages als Print- oder E-Book- Ausgabe davon, dass Edvard Munch mehr als nur ein „pessimistischer Stimmungsmaler“ ist.
Nach Kategorien
Neuste Nachrichten
- 04/03/2018 - Alles, was du dir vorstellen kannst, ist real
- 04/03/2018 - Tout ce qui peut être imaginé est réel
- 04/03/2018 - Everything you can imagine is real
- 04/02/2018 - Als deutsche Soldaten in mein Atelier kamen und mir meine Bilder von Guernica ansahen, fragten sie: ‘Hast du das gemacht?’. Und ich würde sagen: ‘Nein, hast du’.
- 04/02/2018 - Quand les soldats allemands venaient dans mon studio et regardaient mes photos de Guernica, ils me demandaient: ‘As-tu fait ça?’. Et je dirais: “Non, vous l’avez fait.”
