„Diego schoss einmal auf ein Grammophon während einer von Tinas Partys. Das war zu der Zeit, als ich mich für ihn interessierte, obwohl ich mich vor ihm fürchtete.“ Frida Kahlo
Wenn sich zwei exzentrische Künstler ineinander verlieben – und das lehrt uns nicht nur Hollywood – geht das in der Regel nicht gut aus. Und in der Tat konnte man die im Jahr 1929 zwischen Diego Rivera (1886-1957) und Frida Kahlo (1907-1954) geschlossene Ehe nicht gerade als gesund bezeichnen. Die beiden gaben schon vom Erscheinungsbild her ein ungleiches Paar ab: Rivera, der stämmige Revolutionär und die zwanzig Jahre jüngere und neben ihm noch kleiner und zierlicher wirkende Kahlo – „petite, eine kleine Puppe neben Diego“, notierte der Fotograf Edward Weston (1886 – 1958) bei seiner ersten Begegnung mit Kahlo in seinem Tagebuch, „aber eine Puppe nur der Größe nach, weil sie stark und ziemlich schön ist.“

Frida Kahlo, Frida und Diego Rivera, 1931.
Öl auf Leinwand, 100 x 79 cm.
San Francisco Museum of Modern Art, San Francisco.
Anders als bei dem akademisch ausgebildeten Rivera, trat die Malerei ganz plötzlich und unter negativen Umständen in Frida Kahlos Leben: Bei einem Busunglück im Jahr 1925 bohrte sich eine Stahlstange durch ihr Becken. Für lange Zeit ans Bett gefesselt, begann sie aus reinem Zeitvertreib zu malen. Damit sie sich selbst als Modell dienen konnte, befestigte ihre Mutter einen Spiegel an ihrem Bett. Während Rivera in seinen großformatigen Historiengemälden das gesellschaftliche Leben von Mexiko darstellte und die Anhänger der mexikanischen Revolution von 1910 idealisierte, bannte sie ihr Inneres auf die Leinwand, umgab sich auf ihren intimen, selbstreflektiven Selbstporträts mit einer Vielzahl von Puppen und Tieren und schuf sich so ihre eigene, farbenfrohe Realität.

Diego Rivera, Volkstümliche Geschichte Mexikos, 1953.
Mosaik. Theatro de los Insurgentes, Mexiko-Stadt.
Nach zahlreichen Affären und Streitigkeiten und der ständigen Eskapaden ihres Mannes überdrüssig, ließ sich Kahlo 1939 von ihm scheiden, heiratete ihn jedoch ein Jahr später erneut. Die Malerei half ihr, ihren körperlichen und seelischen Schmerz, ihre Selbstzweifel und Beziehungsprobleme zum Ausdruck zu bringen und diese so gut es ging zu bewältigen. Anders als Rivera, der hauptberuflich Hunderte von großen Fresken schuf und zu Lebzeiten des Künstlerpaares als bedeutendster Wandmaler Mexikos galt, schuf Kahlo zeit ihres Lebens weniger als 150 kleinformatige Werke, eine Zahl, die, gemessen an Riveras umfangreichem und gefeiertem Werk wahrlich nicht groß ist. Und dennoch konnte sie sich später mit ihren Arbeiten nben ihrem Mann als eigenständige, autodidaktische Künstlerin behaupten.
Die aktuelle Ausstellung Frida & Diego: Passion, Politics and Painting in der Art Gallery of Ontario präsentiert noch bis zum 20. Januar 2013 mehr als 80 Arbeiten und mehr als 60 Fotografien des Künstlerehepaares. Die Werke stammen aus den drei mexikanischen Privatsammlungen Museo Dolores Olmedo, Colección Gelman und der Galería Arvil und offenbaren die dramatische Lebensgeschichte des Paares, ihre Leidenschaft füreinander und für die revolutionäre Kultur Mexikos der 1920er und 1930er Jahre.
Die dramtische Geschichte des Paares, ergänzt durch zahlreiche Farbbabbildungen, Briefe und Tagebucheinträge können Sie auch in den im Verlag Parkstone-International erschienenen Büchern Frida Kahlo & Diego Rivera, Frida Kahlo – Hinter dem Spiegel, Kahlo und Rivera nachlesen.
-C.Schmidt
In der Kunstgeschichte sind es vor allem die kontroversen Diskussionen, die diese mitunter als verstaubt geltende Wissenschaft immer wieder spannend werden lassen. Neben Urheberschaft und Interpretationsvarianten verleiten auch sozialkritische Werke immer zu umfangreichen Debatten.
Ein solches sozialkritisches Werk ist Los Caprichos, Druckgrafiken aus den Jahren 1793 bis 1799, das sich mit den Ehesitten seiner Zeit kritisch auseinandersetzt, das die Erziehung, die Prostitution und den Aberglauben thematisiert und nicht nur den klerikalen Machtmissbrauch mit Hilfe der Inquisition, sondern auch den Adel und die Regierung gezielt angreift. In 80 Blättern entwirft Francisco de Goya (1746-1828) Sittenbilder seiner Zeit, die er nach nur wenigen Tagen wieder aus dem Verkauf zurückzieht, weil er selbst die Inquisition fürchten muss.

Francisco de Goya, El sueño de la razon produce monstruos (Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer), in Los Caprichos, Blatt 43, 1797-1798.
Radierung und Aquatinta, 21,6 x 15,2 cm.
Das Blatt 43 zog seither das besondere Interesse der Kunstgeschichte auf sich. Es leitet den Letzten der drei von Goya gewählten Themenkreise, den Aberglauben, ein. Wie auf vielen weiteren Grafiken dieser Reihe findet sich auch hier ein kurzer Kommentar: El sueño de la razón produce monstruos.
Und genau diese Zeile ist für ein immer noch anhaltendes Interpretationsaufgebot der Wissenschaft verantwortlich. Schläft die Vernunft oder träumt sie? Sprachgeschichtlich hat el sueño sowohl die eine als auch die andere Bedeutung, die hier jedoch den entscheidenden Unterschied macht. Denn ob die „Monstren“ erst in Erscheinung treten, wenn die Vernunft schläft, oder ob sie selbst ein Produkt der träumenden Vernunft sind, ist für die Interpretation des Werkes im Kontext der Gesellschaftskritik zu Zeiten der Aufklärung, in der die Vernunft triumphierend den Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit befreite, essenziell.
Und genau diese Ambivalenz der Wortbedeutung lässt Liebhaber und Kunsthistoriker immer wieder in heiße Debatten über die Intention des Künstlers verfallen. Ein Kommentar Goyas zum Blatt selbst wiederum scheint die Auflösung des Konfliktes zu offenbaren: „Die Fantasie, verlassen von der Vernunft, erzeugt unmögliche Ungeheuer; vereint mit ihr ist sie die Mutter der Künste und Ursprung der Wunder.“ Oder ist auch hier nicht nur das künstlerische Schaffen selbst gemeint?
Weniger kontrovers, aber ebenso anregend ist die aktuelle Ausstellung Renaissance to Goya: print and drawings from Spain im British Museum in London. Verfolgen Sie hier die Geschichte der spanischen Zeichnung und Druckgrafik oder begleiten Sie zusammen mit Sarah Carr-Gomm Francisco Goya auf seiner Lebensreise vom Hofmaler zum Grafiker und entdecken Sie seine Werke mit Jp. A. Calosses‘ Goya aus dem Verlag Parkstone-International.
Die Kunstgeschichte hat immer versucht, jeder Epoche und jedem Stil einen Namen und eine Definition zu geben. Jahrtausende, Jahrhunderte, Jahrzehnte – aus Epochen wurden „Strömungen“. Historisch-politische Umschwünge hatten zumeist auch eine Richtungsänderung in der Kunst zur Folge, und so brachte das 17. Jahrhundert, geprägt vom Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) und dem Absolutismus, die Kunst des Barock hervor, derer sich später auch die Aufklärung bedienen sollte. Überschwängliche, runde und ausladende Formen, ein Übermaß an Schmuck, dramatische Lichtregie, Dynamik, Symmetrie, Repräsentation und das Bewusstsein der Vergänglichkeit definieren im Allgemeinen die Architektur, Skulptur und Malerei des Barock. Das Gesamtkunstwerk prägte Profan- und Sakralbauten, ekstatische Bewegungen die Skulptur und Theatralik die Malerei. Und wer kennt sie nicht, das Schloss in Versailles, Gian Lorenzo Berninis Apollo und Daphne (1622-1625) oder Rembrandt van Rijns Nachtwache (1642)?

Rembrandt van Rijn, Die Kompanie des Hauptmanns Frans Banning Cocq oder Die Nachtwache, 1642.
Öl auf Leinwand, 379,5 × 453,5 cm.
Rijksmuseum, Amsterdam.
Für die Moderne scheint eine Definition fast unmöglich. Das vergangene Jahrhundert hat zwar die Kunst immer wieder neu erfinden wollen und dies mehr oder weniger auch getan, aber „Strömungen“ waren nicht mehr bestimmbar und auch das moderne Kunstwerk musste als Kunstwerk vom amerikanischen Philosophen und Kunstkritiker Arthur C. Danto (*1924) in seiner Verklärung des Gewöhnlichen 1984 erst wieder identifiziert und definiert werden.
Erstaunlich ist es dann aber doch, dass bei soviel Innovation und der Frage um die Berechtigung eines Gegenstandes als Kunstwerk die definierenden Eigenschaften einer längst vergangenen Epoche offenbar wieder Anwendung finden. Bei dem Gedanken an überschwängliche Formen, Dynamik, Ekstase und Theatralik sollten nicht nur Jeff Koons (*1955), Frank Stella (*1936) oder der Architekt Frank Gehry (*1929) Assoziationen hervorrufen.

Jeff Koons, St. John the Baptist, 1988.
Porzellan, 143,5 x 76,2 x 62,2 cm.
Seattle Art Museum, Seattle.
Trotz neuer Formensprache und künstlerischer Intention scheint die Rezeption doch wieder einmal die wirkliche Konstante in der Kunstwissenschaft zu sein. Und so zeigt die Art Gallery of Alberta noch bis zum 6. Januar 2013 in der Ausstellung Misled by Nature: Contemporary Art and the Baroque, zeitgenössische Künstler in ihrer Auseinandersetzung mit der Kunst und den Künstlern des Barock.
Wenn Sie selbst mehr über die architektonischen Gesamtkunstwerke, die Meisterleistungen der Skulptur und Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts erfahren möchten, erhalten Sie mit dem Titel Baroque Art von Victoria Charles und Klaus H. Carl des Verlages Parkstone-International einen umfangreichen ersten Überblick.
Ein gutes Buch zu lesen, sich in seinen Charakteren zu verlieren, ihnen gedanklich ein physisches Äußeres zu verleihen, Emotionen nachzuvollziehen und sich mit ihnen zu identifizieren, bedeutet, einen Moment der Kurzweil genießen.
Doch was uns bei der Metamorphose der Geschichte in Bilder so einfach fällt, scheint umgekehrt mitunter abwegig. Gemälde und Skulpturen werden betrachtet, für schön befunden oder auch nicht, analysiert und interpretiert, die technische Meisterleistung wird gelobt und Details werden bewundert. Doch in all der mehr oder weniger wissenschaftlichen Auseinandersetzung scheint es absurd, die Kurzweil zu genießen, zum Dargestellten auch eine Geschichte zu erfinden, das Bild aus seiner singulären Stellung als plane kolorierte Leinwand in die Komplexität der Künste und Imagination zu überführen. Wir können ein Kunstwerk analysieren, den Goldenen Schnitt finden oder vielleicht sogar die Intention des Künstlers entschlüsseln, aber wir könnten uns ebenso gut die Zeit nehmen, dieses Werk zu betrachten und ihm eine Geschichte zu geben.
Jan Vermeer (1632-1675) und Pierre-Auguste Renoir (1841-1919) sowie viele andere Künstler verleiten geradezu dazu, sich zu fragen, was Vermeers Mädchen mit dem Perlenohrring (um 1665; Den Haag, Königliche Gemäldegalerie Mauritshuis) dazu bewogen hat, sich noch einmal umzuschauen oder ob sich Renoirs Mädchen im Tanz in Bougival (1883; Boston, Museum of Fine Arts) doch noch küssen lassen wird.
Einer der wohl geeignetesten Künstler für ein solches „Experiment“ ist Edward Hopper. Seine von den Kritikern häufig als Entfremdung des Individuums in der Einsamkeit der Großstadtmetropole charakterisierten Darstellungen bieten der Fantasie aufgrund der minimalistisch ausgestatteten Interieurs, der übersteigerten Lichtregie und der Momentaufnahmen der Figuren einen weiten Spielraum.

Edward Hopper, Western Motel, 1957. Öl auf Leinwand, 77,8 x 128,3 cm. Yale University Art Gallery, Bequest of Stephen Carlton Clark, B.A. 1903.
Die Dame im Western Motel beispielsweise schaut erwartungsvoll in die Richtung des Betrachters, ihr Koffer ist bereits gepackt, das Auto vorgefahren. Wird sie sich von dem Mann, der nichtsahnend auf dem Zimmer noch im Bett liegt und schläft, verabschieden oder wird sie dem Fahrer des grünen Wagens ihr Gepäck überlassen und wieder in ihren Alltag, in ein Großraumbüro nach New York zurückkehren?

Edward Hopper, House by the Railroad, 1925. Öl auf Leinwand, 61 x 73,7 cm. The Museum of Modern Art, New York.
Oder was verbirgt sich hinter den halb geöffneten Fensterläden der ersten Etage von Hoppers House by the Railroad? Hitchcock nahm es als Inspiration für seinen Film Psycho.
Schlagen Sie ein Buch auf, fangen Sie an zu lesen und lassen Sie sich in die Geschichte um die Helden und Heldinnen der Erzählung entführen. Zeichnen Sie in ihrem Kopf die Charaktere nach, erwecken Sie sie zum Leben, geben Sie ihnen in Ihren Gedanken Persönlichkeit – aber geben Sie auch den Persönlichkeiten auf der Leinwand Ihre Geschichte.
Verfolgen Sie noch bis zum 28. Januar 2013 im Grand Palais in Paris die Ausstellung Edward Hopper mit all den interessanten wissenschaftlichen Aspekten, die seine Kunst zu bieten hat oder genießen Sie die Kurzweil, wenn Sie zu Hause Ihrer Fantasie mit dem Buch Edward Hopper von Gerry Souter aus dem Verlag Parkstone International freien Lauf lassen.
Keiner konnte das Böse so gut darstellen wie Hieronymus Bosch (1450- 1516). Seine an Wimmelbücher für Erwachsene erinnernden Darstellungen sind voller Bestien, Anspielungen und Symbole. Symbole werden in der bildenden Kunst zwar bereits seit der Prähistorik verwendet, aber anders als bei Symptomen wie „…wo Rauch ist, ist Feuer“ besteht zwischen dem Symbol und seiner Bedeutung jedoch keine direkte, auf den Symbolgehalt hinweisende Beziehung. Das Symbol besitzt seine bestimmte Bedeutung nur aufgrund von Konventionen. Mit dem Spracherwerb lernen wir im Kindesalter gleichzeitig die Symbolsprache. Am Horizont aufquellende schwarze Wolken stehen für Unglück, die vom Himmel fallende Sternschnuppe hingegen wird mit Glück assoziiert. In unserer Kultur weiß das jedes Kind. Die Kunst fremder Kulturen oder früherer Epochen wirft dagegen oft Fragen auf.

Hieronymus Bosch, Der Garten der Lüste, 1500-1505. Öl auf Eichenholz, 220 x 389 cm. Museo Nacional del Prado, Madrid.
Je nach thematischem, historischem und kulturellem Kontext kann die Bedeutung eines Symbols verblassen oder variieren. So ist uns heute eine Vielzahl der religiösen Symbole nicht mehr geläufig. Da die Symbole der sakralen Kunst jedoch festen Vorgaben folgen, die neben der Personenanzahl und Farbgebung auch die Symbolik betreffen, kann die religiöse Bedeutung allerdings mit der Hilfe eines Symbollexikons schnell aufgeschlüsselt werden. Anders verhält es sich bei Darstellungen Boschs, der seine ganz eigenen Symbolsprache entwickelte. Zwar tauchen in vielen seiner Bilder dieselben Symbole auf, aber Vieles ist und bleibt nicht nur auf den ersten Blick rätselhaft: Warum sitzt beispielsweise auf der Mitteltafel des Triptychons Der Garten der Lüste eine Gruppe Menschen unter einer riesigen Erdbeere und warum steigen andere aus dem See heraus, um dann in ein an einer Seite aufgebrochenes Ei zu kriechen?

Hieronymus Bosch, Der Garten der Lüste (Mitteltafel, Details), 1500-1505. Öl auf Eichenholz, 220 x 389 cm. Museo Nacional del Prado, Madrid.
Mit dem verbindlichen Kanon der Heiligenattribute kommt man bei Boschs Darstellungen nicht weit. Viele seiner Symbole konnten aber durch den Vergleich seiner Gemälde in ihrer Bedeutung entschlüsselt werden. So könnte die riesige Erdbeere einen Überfluss irdischer Genüsse symbolisieren, der sich für die im Kreis sitzenden in greifbarer Nähe befindet – eine Warnung den allgegenwärtigen Todsünden wie Wollust und Völlerei zu verfallen? Das aufgebrochene, in der Regel als Fruchtbarkeitssymbol geltende Ei wird hier zu einem Zufluchtsort der im wahrsten Sinne des Wortes gestrandeten Sünder, die sich (reumütig?) zurück zum Ursprung begeben. Die Tatsache, dass das Ei zerbrochen ist, kann zudem auf die Unbeständigkeit der weltlichen Freuden hindeuten.
Der Bruch mit traditionellen Bildprogrammen und der individuelle Umgang mit Symbolen führten zur Ausbildung einer Bosch eigenen Symbolsprache und machten ihn zu einem Künstler, der seiner Zeit weit voraus war. Da der Großteil der Symbole ambivalent ist und Bosch keinerlei schriftliche Notizen zu seinen Werken hinterlassen hat, ist die Analyse seiner Arbeiten größtenteils spekulativ. Doch gerade dies macht sein Werk so spannend.
Die aktuelle Ausstellung im Palais de Beaux-Arts de Lille präsentiert noch bis zum 14. Januar 2013 neben Arbeiten Hieronymus Boschs weitere Werke des 16. Jahrhunderts, unter anderem von den flämischen Malerfamilien Bril und Brueghel, von dem flämischen Landschaftsmaler Herri met de Bles (um 1500 – um 1555) und dem flämischen Maler und Zeichner Joachim Patinir (zwischen 1475/80-1524). Das 16. Jahrhundert bescherte der Landschaftsmalerei in den Niederlanden seine erste Blüte. Die flämische Landschaft dieser Epoche wird durch die Auswahl der Gemälde in den Vordergrund gerückt. Anders als auf Boschs von Personen dominierten fantastischen Landschaftsgemälden, rücken die Figuren auf anderen Arbeiten zugunsten der Landschaftsdarstellung nun oft an den Rand der Werke. Die Landschaft kann sich zum ersten Mal als Bildmotiv behaupten, während die dargestellten Personen fast nur noch Staffage sind.
Wer von Boschs höllischen Fantasiewelten nicht genug bekommen kann, dem sei an dieser Stelle das im Verlag Parkstone International erschienene E-Book Bosch empfohlen. Weitere schaurig-schöne Weltuntergangsdarstellungen bietet darüber hinaus der Titel Apokalypse.
http://www.pba-lille.fr/spip.php?article2829
-C.Schmidt
Paris ohne das Musée du Louvre und das Musée du Louvre ohne sein gläsernes Pyramidendach? Heute unvorstellbar! Über zwanzig Jahre sind vergangen, seitdem der chinesische Architekt Ieoh Ming Pei (*1917) seinen spektakulären Entwurf für den neuen Eingang des Louvre vorstellte, und es ist schwer zu sagen, ob die Mona Lisa oder die 1989 eingeweihte Glas-Stahl-Konstruktion über dem Eingangsbereich heute mehr Besucher anzieht. Sicher ist jedoch, dass die Glaspyramide einen entscheidenen Einfluss auf das Pariser Stadtbild genommen hat.
Dass das Musée du Louvre eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen von Kunstwerken der islamischen Welt besitzt, ist dagegen weniger bekannt. Für die bereits in Zeiten der Monarchie begonnene Sammlung wurde 2003 eine eigenständige Louvre-Abteilung gegründet, das Département des Arts de l’Islam – nur ein geeigneter Ausstellungsplatz ließ sich nicht finden. Das soll sich nun durch die großflächige gläserne Überdachung des Visconti-Hofes ändern, durch die ein neuer, sich über drei Ebenen erstreckender Ausstellungsraum geschaffen wird.
Während damals nicht alle Kritiker den modernen Glasanbau Peis positiv auffnahmen, stoßen die Architekten des neuen gläsernen Anbaus auf viel weniger Gegenwehr –viel zu erfolgreich war die erste Glasüberdachung. Und auch das neue, von den Architektur-Büros Rudy Ricciotti (Marseille) und Mario Bellini (Mailand) entworfene Glasdach ist durchaus vielversprechend: Die nahezu komplette aus 8 000 Stahlrohren und 2 350 gleichschenkligen Dreiecksscheiben bestehende Überdachung des Hofes ist in einem deutlichen Abstand zu den historischen Fassaden gebaut und ruht ausschließlich auf acht schmalen Pfeilern, wodurch das Dach wie ein großes, über dem Hof drapiertes Sonnensegel wirkt.
Am 22. September 2012 wird das neue Département des Arts d’Islam im Hof des Musée du Louvre eröffnet. Die hauseigene Sammlung umfasst rund 14 000 Stücke – darunter Objekte, Teppiche, Textilien, Miniaturen und Architekturkomponenten – und wird durch etwa 3 500 Werke der dekorativen Kunst aus dem Musée des Arts Décoratifs ergänzt. Anhand von 3 000 ausgewählten Objekten aus drei Kontinenten, von denen viele zum ersten Mal gezeigt werden, soll der Reichtum des künstlerischen Schaffens der islamischen Ländern von den Anfängen des Islam im siebten Jahrhundert bis ins frühe neunzehnte Jahrhundert aufgezeigt werden.
Sie interessieren sich für die asiatische Kunst? Weitere Informationen und viele Abbildungen finden Sie in den Büchern Die Kunst Zentralasiens, Die Kunst des Islam und Indische Kunst des Verlags Parkstone-International (wobei die letzten beiden auch als E-Book erhältlich sind).
http://www.louvre.fr/en/new-department-islamic-art
-C.Schmidt
Es ist kein Geheimnis, dass Vincent van Gogh (1853-1890) nicht in der besten psychischen Verfassung war, jahrelang führte er einen inneren Kampf gegen sich selbst, litt unter Depressionen und Wahnvorstellungen und wurde in eine Nervenheilanstalt eingewiesen. In diesen Zeiten der Qual und teilweise nahe dem Wahnsinn, schuf er einige seiner größten Meisterwerke. Höchst verwunderlich ist darüber hinaus, dass er sich in den 1890er Jahren ausgerechnet einen Künstler zum Vorbild nahm, der gegenteiliger nicht hätte sein können: der im heutigen Tokio geborene gelernte Holzschnittkünstler Utagawa Hiroshige (1797-1858), dessen Kunst wie die traditionelle japanische Kunst im Allgemeinen auf Ruhe, Stärke und inneren Frieden basieren. War van Goghs Faszination für die japanische Kunst vielleicht gleichzeitig ein Versuch, sich selbst zu heilen?
Fest steht, dass van Goghs aufkeimendes Interesse an Hiroshiges Arbeiten zeitlich mit einem schweren Schicksalsschlag zusammen fällt: Obwohl das Verhältnis zwischen ihm und seinem Vater nicht immer einfach gewesen sein soll, traf es den Künstler doch sehr, als sein Vater im Frühjahr 1885 nach einem Schlaganfall starb. Vermutlich hat er im selben Jahr Arbeiten Hiroshiges bei einem Besuch des Rijksmuseums in Amsterdam studiert.

Hiroshige, Plum Estate, Kameido; aus Einhundert berühmte Ansichten von Edo, 1857. 33,7 x 21,9 cm. The Brooklyn Museum, Brooklyn.

Vincent van Gogh, Japonaiserie: Blühender Pflaumenbaum (nach Hiroshige), 1887. Öl auf Leinwand, 55 x 46 cm. Van Gogh Museum, Amsterdam.
Hiroshige erlernte während seiner Lehrzeit bei Utagawa Toyohiro (1773-1828) die Grundtechniken der traditionellen japanischen Malerei und Druckgrafik. Die Ausbildung beschränkte sich zunächst auf das Nachzeichnen der Arbeiten seines Lehrers und anderer bekannter Holzschnittmeister. Als Hiroshige jedoch nach dem Tod von Utagawa Toyohiro seine Reise zum kaiserlichen Palast in zahlreichen Zeichnungen festhält, nach denen er in den Jahren 1833 und 1834 seine Farbholzschnittsammlung 53 Stationen des Tokaido anfertigte, revolutionierte er den japanischen Holzschnitt: Zum ersten Mal waren das alltägliche Leben, die geschäftigen Straßen und das einfache Volk dargestellt und zum künstlerischen Bildmotiv erhoben.
Ähnlich wie Hiroshige eignete sich van Gogh die Grundlagen des japanischen Stils durch Uki-e, das heißt durch Nachzeichnen seines Vorbildes an. Während er zunächst einzelne Arbeiten und Motive Hiroshiges kopierte, lässt sich der Einfluss nach 1887 in nahezu allen seinen Arbeiten nachweisen.

Vincent van Gogh, Der rote Weingarten in Arles, 1888. Öl auf Leinwand, 75 x 93 cm. The Pushkin State Museum of Fine Arts, Moskau.
Wie sehr Hiroshige van Goghs Kunst beeinflusst hat, können Sie am Besten beim direkten Vergleich der Arbeiten beider Künstler entdecken. Hierzu bietet sich bis zum 17. März 2013 der Besuch der Pinacothèque de Paris an: Unter dem Titel Van Gogh et le Japonisme werden dort zum Einen 40 Werke van Goghs präsentiert, zum Anderen gibt es eine zeitgleich stattfindende Ausstellung zu Hiroshige.
Den Einfluss Hiroshigos auf van Gogh können Sie aber auch sehr gut mit den im Verlag Parkstone International erschienenen Titeln van Gogh und Hiroshige: a hundred views of Edo von zu Hause aus entdecken.
http://www.pinacotheque.com/?id=801
-C.Schmidt
Viele kennen das seltsame Gefühl, wenn man weit draußen auf dem Meer ist, wenn kein Horizont in Sicht und einfach nichts anderes als Wasser um einen herum ist, Wasser und darüber der grenzenlose Himmel. Die Ferne, die Leere, das Ungewisse mag unter anderen Umständen vielleicht ein Gefühl der Freiheit auslösen, nach einer gewissen Weile jedoch, insbesondere, wenn man nicht weiß, wie weit das Ziel noch entfernt ist, ob man es erreichen wird oder wenn man sich gar in den Weiten des Meeres verloren glaubt, überwiegt das Unbehagen und das Gefühl des Verlorenseins. Wie viel bedeutet es in solchen Momenten, wenn man tief in seinem Inneren weiß, dass man nicht alleine ist und es nie sein wird?
In christlichen Darstellungen ist Gott allgegenwärtig. Der Himmel spielt gerade in Darstellungen des Neuen Testaments eine überaus wichtige Rolle. Nicht nur der Regenbogen, als der neue Bund zwischen Gott und den Menschen, kündet dabei von der Präsenz Gottes – bei Darstellungen des Jüngsten Gerichts bevölkern ganze Engelsscharen das Firmament. Die Wiedergabe des Himmels trägt entscheidend zur Stimmung christlicher Darstellungen bei, ein grau in grau gemaltes Firmament, schwarze Wolken am Horizont oder gar ein sich durch Blitze ankündigendes Gewitter kann nichts Gutes bedeuten und wird als Zorn Gottes gedeutet. Dennoch existieren kaum Darstellungen ohne Licht oder einen Silberstreifen am Horizont, der auf die Allgegenwart Gottes hindeutet und einen Hoffnungsfunken, einen Grund zur Zuversicht symbolisiert. Die religiöse Welt ist stets eine dualistische, dominiert durch den Antagonismus zwischen Licht und Finsternis, der wiederum den Gegensatz zwischen Himmel und Hölle, Gut und Böse bzw. Tugend und Strafe symbolisiert.

Nicolas Poussin, Kreuzabnahme, um 1630. Öl auf Leinwand, 119,5 x 99 cm. State Hermitage Museum, St. Petersburg.
Auf Poussins Kreuzabnahme befindet sich im linken Bildhintergrund eine große dunkel-schwarze Wolke vor dem grau-gelben Morgenhimmel. Das am Kreuz hängende weiße Grabtuch erzeugt zu dieser einen starken Hell-Dunkel-Kontrast und zurückgerafft wie eine Gardine gibt das weiße Tuch den Blick auf den Morgenhimmel frei. Von der Bildmitte aus nach rechts oben zum Himmel ragend kündigt es gleichzeitig die Auferstehung und die Himmelfahrt Christi an. Selbst in der Darstellung dieses schier unfassbar traurigen Moments wird durch den Hell-Dunkel-Kontrast an die Hoffnung und Zuversicht erinnert, die es stets zu erhalten gilt.
Weitere Himmelsdarstellungen gibt es in der aktuellen Ausstellung Les couleurs du ciel: Peintures des églises de Paris au XVIIe siècle (Die Farben des Himmels: Pariser Kirchengemälde des 17. Jahrhunderts) im Musée Carnavalet in Paris zu entdecken. Noch bis zum 24. Februar 2013 werden rund 120 christliche Gemälde, Zeichnungen und Stiche des 17. Jahrhunderts aus französischen und ausländischen Sammlungen gezeigt.
Im 17. Jahrhundert wurden die klassischen Meister wie Nicolas Poussin (1594-1665) zur Ausschmückung der Kirchen mit Gemälden beauftragt, die zum Teil noch vor Ort zu sehen sind, daher wird zusätzlich zur Ausstellung eine Kirchenführung in den Kirchen Saint-Eustache, Saint-Nicolas-des-Champs und Saint-Joseph-des-Carmes angeboten.
Entdecken Sie die ältesten Museen der französischen Hauptstadt und entdecken Sie bequem von zu Hause mit dem im Verlag Parkstone International erschienenen E-Book Christus in der Kunst den großen Star der christlichen Malerei – seine Geburt, sein ungewöhnliches Leben und sein dramatischer Tod machen ihn zum Hauptakteur religiöser Kunst – keine andere Person wurde in der Kunst häufiger dargestellt als Jesus Christus.
http://carnavalet.paris.fr/fr/expositions/les-couleurs-du-ciel
-C.Schmidt
Die Antwort liegt im Auge des Betrachters! Die „Trophäenkommission“ der Roten Armee transportierte nach dem Zweiten Weltkrieg als Entschädigung für die Verwüstungen der Wehrmacht in der Sowjetunion und als Ausgleich für die Verluste eigener Sammlungen deutsche Kunstschätze nach Russland. Ende der 1990er Jahre wurden dann die sich noch im Land befindlichen Trophäen kurzerhand zum Eigentum Russlands erklärt. Nach international gültigen Bestimmungen, die auch Russland anerkannte, ist diese Einbehaltung von Kunstwerken rechtswidrig.
Auf deutscher Seite spricht man hingegen von „Beutekunst“. Damit gemeint ist die kriegsbedingte Verlagerung von Kunstgegenständen – eine zeitlich begrenzte Verlagerung zum Schutz und Erhalt der Werke. Und genau diese in der Begriffsbestimmung implizierte unterschiedliche Auffassung – Trophäe und Beute – lässt Verhandlungen über den zukünftigen Verbleib nahezu stagnieren. Eine Trophäe ist eine (mehr oder weniger) rechtmäßig erworbene Auszeichnung des Siegers, eine Beute in der Definition Diebesgut. Inwiefern diese Debatte noch von kulturhistorischen oder schlicht weg von politischen Intentionen geprägt ist, können vielleicht nur noch die Involvierten mit Bestimmtheit sagen.
Zumindest tauchen nach und nach immer wieder neue, kriegsbedingt verlagerte Stücke in den russischen Depots auf und werden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In Zusammenarbeit mit deutschen Institutionen und Wissenschaftlern wird Kunst aufgearbeitet und ausgestellt – ausgestellt in Russland, nicht in Deutschland. Denn einmal über die Grenze gebracht, werden die deutschen Museen ihren Besitzanspruch wieder geltend machen.

Kasimir Malewitsch, Aviator, 1913-1914. Öl auf Leinwand, 124 x 64 cm. Staatliches Russisches Museum , St. Petersburg
Doch unabhängig von der die letzten Jahrzehnte bestimmenden Frage nach Beute oder Trophäe gibt es in der deutsch-russischen Geschichte unzählige Verflechtungen, von den Handelsbeziehungen im Mittelalter über dynastische Verbindungen im 18. und 19. Jahrhundert bis zum künstlerischen Austausch in der klassischen Moderne, die für beide Länder Inspiration bedeutet. Die letzten 1000 Jahre dieser gemeinsamen Geschichte, die gegenseitigen Einflüsse und ihre wechselseitigen „Beuten“ und „Trophäen“ präsentiert nach dem Staatlichen Historischen Museum Moskau nun vom 6. Oktober 2012 bis zum 13. Januar 2013 das Neue Museum Berlin in der Ausstellung Russen & Deutsche. 1000 Jahre Kunst, Geschichte und Kultur.
Begeben Sie sich auf eine Reise durch die Geschichte und verfolgen Sie damit eine wirtschaftliche und sozial-geschichtliche Entwicklung sowie die kulturhistorischen Zusammenhänge. Mit den Büchern des Verlages Parkstone-International zur Deutschen Malerei von Klaus H. Carl und zur Russischen Malerei von Peter Leek erhalten Sie einen ersten Einblick in die Meisterwerke der beiden Länder und entdecken im Vergleich die eine oder andere gegenseitige Inspiration.
Ein Kunsthistoriker muss in seinem Leben mindestens zwei Bücher gelesen haben, die Bibel und Ovids Metamorphosen. So oder so ähnlich begann einer meiner Professoren ein Seminar zu den Göttern, Helden, Nymphen und Verwandlungen, denen man in den 15 Büchern der Metamorphosen begegnet. Und es ist doch immer wieder erstaunlich, wie uns diese Geschichten über Jungfrauen verfolgende liebestolle Jünglinge, einen triebgesteuerten Göttervater und seine eifersüchtige Ehefrau, die schöne Mutter des Liebesgottes und den Helden am Scheideweg nicht nur die Welt erklären, sondern uns auch einen wunderbaren Zugang zu den Meisterwerken der Kunstgeschichte gewähren.
Nicht nur in der Malerei, sondern auch in der Bildhauerei ist das Wissen über die griechischen und römischen Mythen in der Auseinandersetzung mit den Kunstwerken essenziell. So auch bei der Betrachtung der Skulpturen Berninis. Wie kaum einem anderen gelingt es ihm, die mythischen Szenen in Marmor zu bannen. Die Dynamik der Verfolgung Daphnes, die zum Schutz vor Apoll von ihrem Vater, dem Flussgott Peneios, in einen Lorbeer verwandelt wird, bannt Bernini in einen einzelnen Moment – der Moment, in dem Apoll Daphne erreicht und ihre Verwandlung beginnt.
Doch kann man diese technische Meisterleistung der Bildhauerei trotz ihrer Anmut und Einzigartigkeit nur mit dem Wissen über die Geschichte von Apoll und Daphne verstehen. Um die Erhabenheit dieser barocken Skulptur in ihrer ganzen Herrlichkeit genießen zu können, musste ich die Metamorphosen lesen und bin seitdem immer wieder fasziniert davon, wie sich vor meinen Augen ein Kunstwerk in eine Geschichte verwandelt.
Den Wandel von der Skizze zum Modell und schließlich zur vollendeten Skulptur Berninis können Sie noch bis zum 6. Januar 2013 im Metropolitan Museum of Art in der Ausstellung Bernini – Sculpting in Clay nachverfolgen. Lassen Sie sich entweder in New York in die Welt der Verwandlung innerhalb eines Entstehungsprozesses entführen oder verfolgen Sie die Geschichte der Skulptur von der Antike über die Renaissance und das Barock bis hin zur Moderne mit dem Buch Skulpturen des Verlages Parkstone-International.
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