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Auf Teufel komm raus – Symbolismus im Land der tausend Seen
28 Mai 2013

Auf Teufel komm raus – Symbolismus im Land der tausend Seen

Der personifizierte Tod, Teufel und Dämonen: Was für Italien die Renaissance und für die Niederlande das Barock war, ist für Finnland der Symbolismus.

Zwei blasse, dunkel gekleidete Buben tragen einen verwundeten Engel auf einer Bahre davon, einer der jungen Träger wirft dem Betrachter einen strengen Blick zu. Der verwundete Engel (1903) von Hugo Simberg (1873-1917) gehört nicht nur zu den bekanntesten Gemälden Simbergs, sondern gilt auch als das Hauptwerk des finnischen Symbolismus, das 2006 von den Besuchern des Ateneums in Helsinki zum „Nationalen Gemälde“ Finnlands gewählt wurde.

 

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Hugo Simberg, Der verwundete Engel, 1903.
Öl auf Leinwand, 127 x 154 cm.
Ateneum Art Museum, Finnish National Gallery, Helsinki.

 

Im Garten des Todes (1896) kümmern sich drei in schwarze Umhänge gehüllte Skelette um die verschiedenen Pflanzen des Hochbeetgartens; während einer der Todesgärtner eine Reihe kleiner Pflänzchen bewässert, drückt ein anderer, der dem Betrachter direkt zugewandt ist, sich mit beiden Händen einen bereits hochgewachsenen langen Blütenstängel an die Brust – ein sanftmütiger Gevatter Tod, eine Geste der Hingabe, ein gut gemeintes Memento mori oder doch eine Warnung? Die leeren dunklen Augenhöhlen lassen keine Deutung zu.

 

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Hugo Simberg, Im Garten des Todes, 1896.
Öl auf Leinwand, 16 x 17 cm.
Ateneum Art Museum, Finnish National Gallery, Helsinki.

 

Neben der Liebe gibt es bekanntlich kaum ein anderes Thema, mit dem sich der Mensch und die Kunst so sehr beschäftigen wie mit dem Tod. Aber liegt es an den langen kalten Wintern, der kurzen Vegetationsperiode oder an den finsteren Nadelwäldern des waldreichsten Landes Europas, dass viele der finnischen Symbolisten eine solch düstere Atmosphäre erzeugten?

Es sind die harten Schwarz-Weiß-Kontraste, die Ernsthaftigkeit der Porträtierten, ihr starrer Blick, ihre blasse, nahezu transparent anmutende Haut und ihre dunkle Kleidung, die ganz gewiss zu diesem Eindruck beitragen.

 

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Ellen Thesleff, Self-Portrait, 1894-95.
Ateneum Art Museum, Finnish National Gallery, Helsinki.

 

Das Ateneum in Helsinki versammelt in der Ausstellung In the Spirit of Symbolism noch bis zum 28. April 2013 Werke der berühmtesten finnischen Symbolisten, darunter neben Hugo Simberg die in einer skandinavischen Künstlerkolonie in Paris tätig gewesenen Maler Akseli Gallen-Kallela (1865-1931) und Magnus Enckell (1870-1925), die nach ihrem Frankreich-Aufenthalt den Symbolismus nach Finnland brachten.

Das im Verlag Parkstone International erschienene Werk Symbolismus von Nathalia Brodskaya bietet eine gute Einführung in die Kunstepoche, die den Versuch wagte, nicht die uns umgebene wahrnehmbare Realität, sondern die „seelische Tiefe“ zu erforschen.

C. Schmidt

Weniger ist Mehr?
27 Mai 2013

Weniger ist Mehr?

Michelangelo hat seine weltberühmte David-Skulptur aus einem einzigen Block Carrara-Marmor geschlagen. Als er gefragt wurde, wie er dabei vorgegangen sei, soll er geantwortet haben: „Ganz einfach: Ich habe alles weggeschlagen, was nicht David war.“

Das Überflüssige wegnehmen, möglichst alles auf das Wesentliche reduzieren: Dies scheint eine sinnvolle Empfehlung für viele Lebensbereiche zu sein, ganz egal ob es sich dabei um Schminke, den eigenen Satzbau oder die Innengestaltung des neuen Badezimmers handelt.

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Italienische Vase aus dem späten 16. Jahrhundert, Courtesy of the Metropolitan Museum of Modern Arts

Doch wo beginnt überflüssiger Luxus und was ist ein nettes Extra? Wo fängt der Kitsch an und was ist ein Klassiker? Gerade im Zusammenhang mit Designobjekten stellt sich oft die Frage: Ist das nun Kunst oder kann das weg?

Diese und ähnliche Fragen stellt sich das Metropolitan Museum of Arts mit der Ausstellung „Plain or Fancy“. Die Objekte, die aus der Dauerausstellung stammen, fordern ihr Publikum vor den entweder grau oder pink gestrichenen Wänden zu ähnlichen Gedankenspielen heraus.

Scheinbar sinnlos-opulenter Schnickschnack, etwa eine Verzierung am Griff eines Kelchs, rückt in ein anderes Licht, wenn der Begleittext erklärt, dass dieser oft für große Trinkrunden und somit für große Alkoholinhalte genutzt wurde und diese Verzierungen dafür sorgten, dass die Hand von dem oft schweren Kelch nicht abrutschte.

So wird aus vermutlich Überflüssigem plötzlich etwas Sinnvolles – doch über Geschmack lässt sich auch weiterhin nicht streiten. Denn der ist, zum Glück, nun ja: Geschmackssache.

Wer nun seinen eigenen Geschmack weiter verfeinern möchte, ohne dafür gleich nach New York zu fliegen, kann auf der Website des Metropolitan Museums of Art den interaktiven „Plain or Fancy?“- Test machen oder sich das bisher nur auf Englisch erschienene Buch Decorative Art von Albert Jaquemart zu Gemüte führen. Die Ausstellung „Plain or Fancy? Restraint and Exuberance in the Decorative Arts” ist noch bis 18. August 2013 im Metropolitan Museum of Art zu sehen.

(English) “A Teardrop on the Cheek of Time”*
27 Mai 2013

(English) “A Teardrop on the Cheek of Time”*

Leider ist der Eintrag nur auf Spanish und English verfügbar.

(English) Chicago and Picasso
27 Mai 2013

(English) Chicago and Picasso

Leider ist der Eintrag nur auf Spanish und English verfügbar.

(English) A Realm of Contradiction
27 Mai 2013

(English) A Realm of Contradiction

Leider ist der Eintrag nur auf English verfügbar.

(English) Viva the Tomboy!
27 Mai 2013

(English) Viva the Tomboy!

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(English) Power of Love VS Love of Power
27 Mai 2013

(English) Power of Love VS Love of Power

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Auf dem Kriegspfad mit meinem sonst so geliebten technischen Wunderwerk
27 Mai 2013

Auf dem Kriegspfad mit meinem sonst so geliebten technischen Wunderwerk

Die moderne Technik ist überall. Der Computer ist aus keinem Büro oder Wohnzimmer mehr wegzudenken, das Internet ist mittlerweile auch unterwegs ständiger Begleiter. Nicht nur im Alltag, nein selbst im Urlaub oder im Restaurant ist der Tablet-PC oder das I-Phone immer griffbereit. Es werden Fotos gemacht, Bilder auf Facebook hochgeladen und jede gehaltvolle Unterhaltung damit nichtig. Und wenn Hard- und Software funktionieren, scheinen viele in ihrer kleinen digitalen Welt auch glücklich und zufrieden.

Doch was passiert, wenn Firefox® mal aussteigt, das DVD-Laufwerk spinnt oder der Bildschirm sich in ein Pixelmeer auflöst? Dann wird es ein wenig seltsam. Für den „Normal-User“ heißt es jetzt erst mal Ruhe bewahren und dem System ein wenig Zeit geben. Häufig hilft auch das klassische „turn off and on again“. Wenn immer noch keine Besserung in Sicht ist, hofft man auf die Hilfe einer guten Computerfee, die sonst immer alles ganz schnell wieder in Ordnung bringt, oder auf den besten Freund per Ferndiagnose. Und wenn das alles nichts hilft und das Dokument verloren ist, der Router einfach keine Verbindung zum Internet findet oder das Programm was sonst doch immer macht, was man will, einfach nicht mehr reagiert, dann werde zumindest ich langsam nervös, verärgert und ungeduldig.

Und wenn es sich in diesen Momenten, in denen sich meine elektronische Rechenanlage für unbestimmte Zeit von mir verabschiedet, um einen dieser Momente handelt, in denen es sich um Abgabetermine, Deadlines oder einen Einsendeschluss handelt, stehe ich spontan auf dem Kriegspfad mit meinem sonst so geliebten technischen Wunderwerk. Aber auch hier wird sich eine kreative Problemlösung finden lassen.

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Marc Chagall, Ich und das Dorf, 1911.
Öl auf Leinwand, 191,2 x 150,5 cm.
Museum of Modern Art, New York.

Keine Lösung für die Probleme der Realität des 20. Jahrhunderts hatte der Künstler Marc Chagall, aber zumindest begegnete er ihnen mit Kreativität und Optimismus. Begleiten Sie den Künstler auf seiner Reise durch das Jahrhundert und lassen sie sich von der kreativen Auseinandersetzung mit den Problemen seiner Zeit in der Ausstellung Chagall – Entre Guerre et Paix im Musée du Luxembourg in Paris vom 21.02.2013 bis zum 21.06.2013 inspirieren. Alternativ genießen Sie, während Sie sich mal wieder über ihren Computer ärgern, die Kunst Chagalls mit den Monografien des Verlages Parkstone International.

Der Anfang aller Kunst ist die Liebe (Hermann Hesse)
27 Mai 2013

Der Anfang aller Kunst ist die Liebe (Hermann Hesse)

Rote Rosen, teure Pralinen, Parfüm oder Teddybären? Der Valentinstag ist der Tag, an dem wir uns darauf besinnen, dass kleine Geschenke die Freundschaft und vor allem die Liebe erhalten. Doch mal ehrlich, wer auf dem Heimweg schnell mal an der Tankstelle anhält, um Rosen oder Schokolade zu kaufen, der hat vermutlich etwas missverstanden.

Bereits im alten Rom wurden im Gedenken an Juno, der Schutzgöttin der Ehe und Familie, am 14. Februar die Frauen in der Familie mit Blumen überrascht. Christlichen Überlieferungen zufolge geht der Tag der Liebenden allerdings auf eine sehr tragische Geschichte zurück: Der italienische Priester Valentin von Rom (in anderen Überlieferungen der Bischof Valentin von Terni) hatte im 3. Jahrhundert nach Christus sein Leben mehrmals für die Liebe aufs Spiel gesetzt, und dass nicht mal für seine eigene Liebe: Dem Mythos zufolge predigte er, dem bestehenden Verbot des Kaisers Claudius II. zum Trotz, das Evangelium und traute mehrere Paare im christlichen Glauben, darunter auch Soldaten, die nach dem Willen des Kaisers eigentlich unverheiratet bleiben sollten. Am 14. Februar 269 ließ ihn der Kaiser schließlich enthaupten und machte Valentin so zum Märtyrer, zum Beschützer der Liebenden.

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Suzanne Valadon, Adam und Eva, 1909.
Öl auf Leinwand, 162 x 131 cm.
Centre Pompidou, Paris.

Nachdem er die Paare getraut hatte oder wenn Rat und Trost Suchende zu ihm kamen, soll Valentin diesen bunte Blumensträuße aus seinem eigenen Klostergarten übergeben haben. Aus diesem Brauch heraus hat sich in unserer Zeit ein Milliardengeschäft für den Einzelhandel und vor allem für die Blumenindustrie entwickelt. Der Valentinstag hat schon vor einigen Jahren den Muttertag als umsatzstärksten Verkaufstag des Jahres abgelöst. Und der Valentinsindustrie kann sich kaum einer entziehen. Oder vielleicht doch?

Der Valentinstag sollte uns dazu auffordern, kreativ zu werden, etwas zu riskieren und den ersten oder nächsten Schritt in der Liebe zu wagen. In der Liebe sind es doch oft die kleinen Gesten, die wirklich zählen. Ein selbst gepflückter Blumenstrauß aus dem eigenen Garten, ein ans Bett gebrachtes Frühstück, ein handgeschriebener Liebesbrief, ein selbst zubereitetes Mittagessen, ein selbst komponierter Song… – Es gibt so viele Möglichkeiten anderen eine Freude zu machen!

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Egon Schiele, Embrace (Lovers II), 1917.
Öl auf Leinwand, 100 x 170 cm.
Österreichische Galerie Belvedere, Wien.

Das vom Zentrum für Zeitgenössische Kunst in Lagos, Nigeria, der Pulitzer Foundation for the Arts in St. Louis, Missouri und der Menil Collection in Houston, Texas organisierte, interkontinentale Projekt Progress of Love, hat sich die Liebe in ihrem Prozess zum Thema genommen. Was erwarten wir von der Liebe? Wie stellen wir uns die Liebe vor? Welche Erfahrungen haben wir bisher gemacht? Wie verarbeiten wir das Ende der Liebe bzw. den Verlust eines geliebten Menschen? Und welche Rolle spielen unser Kulturkreis, das digitale Zeitalter und die Massenmedien dabei? Diese Fragen versuchen die jungen aus Afrika, Europa und den Vereinigten Staaten kommenden Künstler mit ihren in der Menil Collection in Houston ausgestellten Werken zu beantworten. Der Eintritt der noch bis zum 27. März geöffneten Ausstellung ist kostenlos!

Die Liebe in all ihren Facetten ist auch das Thema des im Verlag Parkstone International erschienenen E-Books Love . Von Tizians Werk Adam und Eva über Rodins Kuss bis hin zu Egon Schieles sich mit aller Kraft umarmenden Liebenden – der Autor Jp. A. Calosse vereint sie alle: Die bedeutendsten Liebespaare der Kunstgeschichte, die romantischsten Momente, die innigsten Küsse. Die Liebe ist und bleibt die größte Inspirationsquelle, die Maler, Bildhauer und sogar Architekten dazu veranlasst, die Meisterwerke ihres Lebens zu schaffen.

C. Schmidt

(English) Diamonds in the Rough
27 Mai 2013

(English) Diamonds in the Rough

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