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(English) Join the Club
27 Mai 2013

(English) Join the Club

Leider ist der Eintrag nur auf Spanish und English verfügbar.

Midlife-Crisis
27 Mai 2013

Midlife-Crisis

Nicht einmal die Wechseljahre sind den Männern als rein weibliches Phänomen heilig. Die Midlife-Crisis, mittlerweile auch in Studien belegt, ist das männliche Pendant zu den Wechseljahren und der Menopause. Zwischen dem 40. und 55. Lebensjahr kann es passieren, dass er den sicheren Job an den Nagel hängt, um sich noch einmal selbst zu verwirklichen. Yogakurse und die jüngere Geliebte gehören ebenso zum neuen Alltag wie das Motorrad in der Garage, die neue Lederjacke oder die Haartönung.

Auch geht er jetzt wieder drei Mal die Woche joggen, trifft sich neuerdings auch unter der Woche wieder mit Freunden und versucht am Wochenende die Nacht zum Tag zu machen. Alles nur, um sein Bedürfnis nach jugendlichem Leichtsinn zu stillen.

Und an dieser Stelle muss ich zugeben: Ich habe mal wieder alles richtig gemacht und behaupte, dass mein Partner das Programm der Midlife-Crisis schon fast komplett auf seiner To-do-Liste abgehakt hat – und das vor dem 40.! Den doch recht gut bezahlten Job hat er zugunsten einer Selbstständigkeit geopfert, der Yogakurs liegt gefühlte 5 Jahre zurück, die Partnerin ist offiziell in den Endzwanzigern, die Lederjacke (wenn auch nicht das sportlichste Modell) existiert und auch das „Renature“ steht im Badschrank. Vielleicht geht er nicht 3 Mal die Woche joggen, aber bei schönem Wetter trifft man ihn schon des Öfteren im Park. Seine Freunde werden auch weiterhin unter der Woche nicht auf ihn verzichten müssen und am Wochenende wird die eine oder andere Nacht auch mal mit Kopfschmerzen bestraft. Was bisher nicht auf der Liste erscheint, ist – ganz zu meinem Leidwesen – das Motorrad, aber wir verhandeln gerade über eine zweite Schwalbe.

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Walter Crane, Schwäne, 1875.
Tapetenmuster, Gouache und Wasserfarbe, 53,1 x 53 cm.
Victoria & Albert Museum, London.

Ob nun die 30 für die Frau oder die 40 für den Mann als die erste größere Hürde erscheint, auch das Älterwerden ist alles eine Frage der Einstellung. Gegen die Wechseljahre und die Midlife-Crisis kann man sich nicht schützen, aber mit einer positiven Lebenseinstellung und ein wenig Kreativität definitiv wappnen.

Eine Ausstellung, die 40 Künstler vereinigt, die alle das Alter der Midlife-Crisis oder der Wechslenjahre noch nicht erreicht haben, zeigt das Smithsonian American Art Museum in der Renwick Gallery in Washington, D.C. noch bis zum 3. Februar 2013 mit der Ausstellung 40 under 40: Craft Futures. Wenn Sie sich neben den modernen Erzeugnissen außerdem für die Geschichte des Kunsthandwerks interessieren, holen Sie sich den Titel Arts & Crafts von Oscar Lovell Triggs aus dem Sortiment des Verlages Parkstone International nach Hause.

Freundschaft über die Kontinente hinweg
27 Mai 2013

Freundschaft über die Kontinente hinweg

Wenn es jemanden privat oder beruflich an das andere Ende der Welt verschlägt, ist das alles erst einmal aufregend, neu und spannend. Aber irgendwann kommt der Punkt, der ein oder andere mag ihn Heimweh nennen, an dem man nicht nur seine Familie sondern auch seine Freunde ganz arg vermisst. Freunde, die einem aus der Schulzeit oder dem Judoverein erhalten geblieben sind, die einen durch die Höhen und Tiefen des Studiums begleitet haben oder Menschen, denen man begegnet und sie in seinem Leben nicht mehr missen möchte. Keiner dieser Menschen ist selbstverständlich. Und so sehr man die guten Zeiten mit ihnen liebt, so sehr hasst man Belehrungen oder einen „gut gemeinten“ Rat, der gerade nicht in die Gesamtsituation passt. Dennoch lässt sich Freud und Leid gemeinsam mit ihnen in jeder Lebenslage ertragen.

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Edouard Monet, Musik im Tuileringarten, 1862.
Öl auf Leinwand, 76,2 x 118,1 cm.
The National Gallery, London.

Am anderen Ende der Welt ist man nun zwar immer noch dank der modernen Technik von Internet, E-Mail und Skype miteinander verbunden, und auch ein gelegentlicher Brief erhält die Freundschaft, aber irgendwie fehlt da etwas – das gemeinsame Bier nach Feierabend mit den alltbekannten Gesichtern, Renovierungsaktionen in der Küche oder Gespräche über das aktuelle Liebesleben – eine vertraute Interaktion mit Freunden, die den Alltag bereichert.

Und es ist großartig, dass man auch am anderen Ende der Welt gute und sehr gute Freunde findet, die einen gemeinsamen Feierabendumtrunk nicht verschmähen und auch mit ihren ungefragten Ratschlägen (leider) nicht zurückhalten.

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Edouard Manet, Abfahrt des Folkstonedampfers, 1869.
Öl auf Leinwand, 60 x 73,5 cm.
Philadelphia Museum of Art, Philadelphia.

Und da unsere Welt immer internationaler wird, sind vielleicht gerade die so geliebten und gleichzeitig verhassten sozialen Netzwerke für einen Großteil unserer Weltenbummler so wichtig, weil sie so nicht nur in Kontakt mit ihren „Freunden“ bleiben, sondern auch durch eine mitunter überschwängliche Anzahl von Fotos bildlich an ihrem Leben teilhaben können, ganz nach dem Motto: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.

Und genau diesem Motto folgend, präsentiert die Royal Academy of Arts London noch bis zum 14. April die Ausstellung Manet – Portraying Life. Lassen Sie sich alternativ mit dem Titel Manet von Nathalia Brodskaya des Verlages Parkstone International in die Welt der Bilder des Impressionisten entführen.

Shoes and Diamonds Are a Girl’s Best Friend
27 Mai 2013

Shoes and Diamonds Are a Girl’s Best Friend

Schuhe sind doch eigentlich dafür da, dass wir nicht barfuß laufen müssen, sie dienen als Schutz unserer Füße vor scharfen Gegenständen, vor Nässe und Kälte. Wären das die einzigen Gründe, würde ein Paar Schuhe eigentlich ausreichen, wir könnten diese tragen, bis sie auseinanderfallen und dann ein neues Paar kaufen.

Ja, rein theoretisch wäre das natürlich möglich, im realen Leben jedoch sind Schuhe mehr als nur ein Gegenstand des Alltags. Ich meine, die Rede ist von SCHUHEN — wenn man dem in der Broadway-Produktion Prefer Blondes (Blondinen bevorzugt) 1949 uraufgeführten Songtitel Diamonds Are a Girl’s Best Friend Glauben schenkt, so gehören nach den Diamanten Schuhe auf jedem Fall dem nächstengeren Freundeskreis an.

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Hochzeitsschuhe von Königin Elizabeth II (Replikat).
Bally Schuhmuseum, Schönenwerd, Schweiz.

Schmuck, Schuhe und Handtaschen, diese drei Dinge sind bei einem Großteil der (weiblichen) Bevölkerung einfach ein großes Thema. Viele Stars geben bekanntermaßen Unmengen für Schuhe aus, so z. B. die durch eine amerikanischen Realitysoap berühmt gewordene 32-jährige Kim Kardashian, die in ihrem Anwesen drei Zimmer nur für ihre Schuhe eingerichtet hat.
Einen Eintrag im „Guinnessbuch der Rekorde“ mit einer 16 000 Exemplare umfassenden Schuhsammlung erlangte jedoch die 57-jährige US-Amerikanerin Darlene Flynn. Was als Hobby begann, hat sich in den letzten 12 Jahren zu einer extremen Sammelleidenschaft entwickelt. Um ihre Schuhe im Haus unterzubringen, musste die Kalifornierin die gläsernen Vitrinen für ihre zum großen Teil selbst entworfenen Unikate sogar im Bad und in der Küche aufstellen. Sie besitzt alle denkbaren Modelle: von unzähligen Pumps und Ankle Boots, bis hin zu den aktuell angesagten Gent Shoes, eine zierlichere Variante des klassischen Herrenleder-Schnürschuhs für die Frau.

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Low Cut Stiletto Pumps von Marilyn Monroe (1926-1962), 1959.
Mit roten Swarovski-Kristallen besetzt.
Von Salvatore Ferragamo für den Film Let’s Make Love (1960) entworfen.
Museo Salvatore Ferragamo, Florenz.

Wenn sich Frauen durch ihre Mode oft auch androgyner geben, sind sie in ihrem Kaufverhalten jedoch ganz anders als Männer, das jedenfalls will uns der 1972 in Berlin geborene deutsche Komiker Mario Barth in seinen Bühnenauftritten glauben machen. In seiner zweiten großen Live-Show im Jahr 2006 erzählt er, wie er sich von seiner Freundin überreden ließ, mit ihr frühmorgens in das 650 Kilometer entfernte Nußloch zu fahren, wo er dort angekommen, feststellen musste: „Fabrikverkauf, da kaufst du keine Fabrik, nein … Da gibt es Handtaschen […]“. Gewohnt überspitzt und in seinem besten Berlinerisch erklärt der Komiker daraufhin die Unterschiede im Kaufverhalten von Männern und Frauen:
„Ik frach sie: Für wat brauchstn die [Handtasche]? Und sie sagt: … Die kann man so halten! […] — Das ist so geil — die kaufn einfach. Wir Männer kaufn ja eigentlich nur, wenn wa wat brauchn, wenn bei uns Männern ne Hose kaputt is, […] dann haste das Wort HOSE im Gehirn, H-O-S-E, und dann suchste nen Laden wo das Wort HOSE drin vorkommt. […] Wir Männer probieren ja auch nich an, wir haltens einfach jejens Licht und wenns zu groß is, kaufste nen Gürtel und wenns zu klein, ist lässte den Knopp offen.“ (Ausschnitt aus: Mario Barth, Männer sind primitiv, aber glücklich! Live-Bühnenshow, 2006).

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Schuhe des französischen Fotografs und Malers Jacques Henri Lartigue (1894-1986).
Fotografie aus dem Jahr 1980.
Musée International de la Chaussure de Romans, Romans-sur-Isère.

Dass dieses Klischee-Denken heute oft nicht mehr zutrifft, ist vermutlich auch Mario Barth klar, der, wie man dank seinen Bühnenshows und öffentlichen Auftritten weiß, auch nicht nur ein paar Schuhe und ein paar Hosen besitzt. Kleidung kann ein Statussymbol sein, die Zugehörigkeit zu sozialen Gruppen anzeigen und ist, unabhängig von Alter und Geschlecht, immer auch ein Ausdruck der eigenen Identität. Ob für den Alltag, besondere Anlässe, als Bestandteil eines Kostüms, es braucht sicherlich nicht 16 000 Exemplare, aber ein paar unterschiedliche Schuhepaare sollte man dann doch besitzen.

Das Costume Institute im The Metropolitan Museum New York besitzt eine beeindruckende, aus mehr als 5 000 Exponaten bestehende Schuhsammlung, die Damen-, Herren- und Kinderschuhe aus der ganzen Welt umfasst. Die ältesten Exemplare entstammen dem 14. Jahrhundert. Die Zusammenschau zeigt den sich stetig wandelnden Modegeschmack im Laufe der Jahrhunderte auf sowie die Fortschritte in Design und Herstellungstechniken auf.

Mehr erfahren über die Geschichte, den Wandel und die Faszination des Schuhs können Sie mit dem reich bebilderten E-Book Schuhe aus dem Verlag Parkstone International. Ob und wie gut Sie sich in der Modewelt auskennen, können Sie im Anschluss mithilfe der Online-Tests Sind Sie eine Schuh-Queen? und Erkennen Sie die Stars an ihren Schuhen? herausfinden [25.01.2013].

C. Schmidt

Vom „Erbfeind“ zum Freund
27 Mai 2013

Vom „Erbfeind“ zum Freund

Die deutsch-französische Freundschaft ist seit 1963 vertraglich geregelt, und so jährte sich am 22. Januar die Unterzeichnung des Élysée-Vertrages zum 50. Mal. Neben Städtepartnerschaften, dem deutsch-französischen Jugendwerk und anderem mehr sind es doch die jeweiligen Staatsoberhäupter, Präsident und Kanzler(in), die diese Freundschaft immer wieder zu einem Ereignis machen. Die im Vertrag vorgesehenen Konsultationen des jeweiligen „deutsch-französischen Paares“ gehen meist nur wenig später mit Bilddokumenten durch die Medien. Und so können wir sowohl über zahlreiche Karikaturen als auch über Foto- und Videoaufnahmen oft genug schmunzelnd politische Geschichte erleben.

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Jacques-Louis David, Die Salbung Napoléons und Krönung Joséphines am 2. Dezember 1804 in der Kathedrale Notre Dame, 1806-1807.
Öl auf Leinwand, 612 x 979 cm.
Musée du Louvre, Paris.

Die Verdienste von Charles de Gaule und Konrad Adenauer sind unumstritten, der recht kühle Umgang zwischen Georges Pompidou und Willy Brandt ist Geschichte. Valéry Giscard d’Estaing legte zusammen mit Helmut Schmidt den Grundstein für den Europäischen Rat, die Weltwirtschaftsgipfel sowie das mittlerweile heftig umstrittene Europäische Währungssystem.

Die wohl symbolträchtigste Versöhnung unserer beiden Länder vollzogen François Mitterand und Helmut Kohl, als sie sich während der Gedenkfeier für die gefallenen Soldaten der Weltkriege am Schlachtfeld von Verdun die Hand reichten. Bewegend und zugleich grotesk.

Wirklich freundschaftlich war es dann zwischen Jacques Chirac und Gerhard Schröder, der sich bei einer Sitzung für den Europäischen Rat sogar von seinem französischen Kollegen vertreten ließ.

Merkozy, die Wortneuschöpfung der Presse aus dem Jahr 2011, beschreibt neben all den Bilddokumenten wohl am deutlichsten das politische Verhältnis von Angela Merkel und Nicolas Sarkozy, die sich in der gemeinsamen Zeit vor allem mit Wirtschafts- und der Staatsschuldenkrise beschäftigen mussten. Was die Beziehung zu François Hollande bringen wird, wird sich in den nächsten Jahren zeigen.

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Charles Joseph Natoire, Europa auf dem Stier, 1731.
Öl auf Leinwand, 262 x 294 cm.
Eremitage, St. Petersburg.

Wenn Sie sich nicht nur für die politische Geschichte, sondern auch für französische Zeichnungen und Aquarelle begeistern können, so haben Sie ab dem 27. Januar 2013 in der Ausstellung Color, Line, Light: French Drawings, Watercolors, and Pastels from Delacroix to Signac in der Natinal Galery of Art in Washington, D.C., die Gelegenheit, die Kunst unseres Freundes Frankreich zu entdecken. Alternativ finden Sie mit dem Titel Französische Malerei von Victoria Charles aus dem Verlag Parkstone International einen idealen Begleiter durch die französische Kunstgeschichte.

Die jungen „Wilden“ erobern das Stillleben
27 Mai 2013

Die jungen „Wilden“ erobern das Stillleben

Bei dem Gedanken an die Gattung „Stillleben“ kommen mir Früchte, totes Wildbret auf einem Silbertablett, verstaubte alten Vasen auf dem Dachboden oder farblich in Altrosé getauchte Blumensträuße in den Sinn. Alles künstlerisch wertvoll auf einem Tisch angeordnet und vom Künstler in einer technischen Meisterleistung klassisch und der Natur getreu auf die Leinwand gebracht. Hier und da gibt es interessante Details zu entdecken, und über die Symbolischen Bedeutung wird es sogar spannend. Doch die inhaltliche Wiederholung der abgebildeten Objekte wirkt mitunter emüdent auf den Betrachter und irgendwann ist das nächste Stillleben „nur“ noch schön anzuschauen.

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Jan Davidz de Heem, Stillleben mit Dessert, 1604.
Öl auf Leinwand, 149 x 203 cm.
Musée du Louvre, Paris.

Als Ausgangspunkt jeder akademisch-künstlerischen Ausbildung zur Erlangung technischer Perfektion steht das Stillleben – es werden Proportionen, Perspektiven, Lichtverhältnisse und Oberflächenstrukturen studiert und auf der Leinwand wiedergegeben. Für gewöhnlich erlaubt gerade das so klassische Stillleben keinen Raum für „Kreativität“, und dennoch erfuhr diese Gattung spätestens seit Paul Cézanne (1839-1906) ihre Emanzipation und wird zur Quelle der Inspiration und Variation. Dem Künstler gelang es, in der freien Konzeption des Stilllebens die eigene künstlerische Wahrheit zu finden. In der bewussten Vernachlässigung von Perspektive, Proportion und Oberflächenstruktur zeigt sich nicht nur eine Umformulierung der Ausdrucksformen, es gelang den jungen „Wilden“, allen voran Matisse, auch, einen Skandal in der Kunstgeschichte auszulösen. Die Auflösung der Objekte in Flächen und die autonome Verwendung der Farbe stellte ihre Neuinterpretation der klassischen Gattungen dar. Die Künstler um die vorige Jahrhundertwende waren auf der Suche nach einer ihnen eigenen Wahrheit der Malerei, die sie mitunter auch in der Darstellung einer Obstschale auf dem Tisch fanden.

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Henri Matisse, Früchte und Bronze, 1910.
Öl auf Leinwand, 91 x 118,3 cm.
Staatliches Museum für Bildende Künst A. S. Puschkin, Moskau.

Finden Sie die Werke des jungen, „wilden“ Matisse noch bis zum 17. März 2013 im Metropolitan Museum of Art in New York in der Ausstellung Matisse – In Search of True Painting und begleiten Sie ihn auf der Suche nach der wahren Malerei. Alternativ und zum Nachschlagen bietet der Verlag Parkstone International mit dem Titel Stillleben oder Meisterwerke der Blumenmalerei, beide von Victoria Charles, einen Überblick über die Geschichte des Stilllebens.

Kunst ist relativ
27 Mai 2013

Kunst ist relativ

Kunst zu definieren, ist seit dem beginnenden 20. Jahrhundert schwierig und wird vor allem in der zeitgenössischen Kunst, bei der es nicht nur um verschiedene Ausdrucksformen, sondern vielmehr um Gratwanderungen geht, nahezu unmöglich. Die Frage nach Kunst oder Abfall führte schon das eine oder andere Mal dazu, dass eine übereifrige Putzfrau ein Kunstwerk beseitigte. Die Frage nach Kunst oder Selbstverstümmelung in der Performance löst immer wieder nicht ganz unverständliche Schockierung im Publikum aus, die Frage nach Kunst oder Pornografie erhitzt die Gemüter – erfreut und entsetzt.

Wenn erotische Novellen wie Fanny Hill oder Thérèse Philosophe nicht zensiert und ihre Illustrationen nicht verboten wurden, betrachtete man sie doch immer mit Argwohn – auch, wenn sie den künstlerischen Anspruch erfüllen. Doch wo hört Kunst auf und fängt Pornografie an? Der nackte Körper und die sexuelle Interaktion sind seit dem Mittelalter fester Bestandteil des thematischen Repertoires vieler Künstler. Dennoch werden viele von ihnen, darunter auch Paul Avril, Jeff Koons oder Egon Schiele, immer wieder als Pornografen (zu beachten ist die allgemein anerkannte negative Konnotation dieses Wortes) und nicht als Künstler bezeichnet.

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Egon Schiele, Sitzende Frau mit hochgezogenem Knie, 1917.
Kohle, Aquarell, Gouache, 46 x 30,5 cm.
Národní galerie, Prag.

Doch worin besteht eigentlich der Unterschied zwischen künstlerisch wertvollen erotischen Werken und der Pornografie? Ist es die Linienführung, die romantische Utopie oder groteske Verzerrung erzeugt und damit dem Bild einen „Interpretationsansatz“ liefert? Ist es der Name des Malers, der sich schon als Künstler profiliert hat und ist deshalb alles, was unter seiner Hand entsteht, Kunst? Kunst ist relativ! Die schmalen Gratwanderungen zwischen Kunst und Abfall, Selbstzerstörung oder Pornografie sind für das gemeine Publikum heute kaum noch zu unterscheiden, wenn nicht jemand das Objekt, das Werk, die Installation oder die Performance zum Kunstwerk deklariert und es somit als solches kenntlich macht.

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Egon Schiele, Selbstporträt mit gestreiftem Hemd, 1910.
Bleistift, Aquarell, Gouache , 44,3 x 30,6 cm.
Leopold Museum, Wien.

Entdecken Sie im Leopoldmuseum Wien in der Ausstellung Die Metamorphosen des Egon Schiele einen Künstler, der sich als Expressionist auf verschiedene Gradwanderungen begeben hat und entscheiden Sie selbst, ob Sie Kunst oder Pornografie vor sich haben, wenn Sie die Titel zu Egon Schiele des Verlages Parkstone International durchblättern.

Mein Haus, mein Auto, mein Boot – Der erste Eindruck zählt!
27 Mai 2013

Mein Haus, mein Auto, mein Boot – Der erste Eindruck zählt!

Brauchen wir heutzutage eigentlich noch die Porträtkunst, wo doch eigentlich jeder eine oder sogar mehrere Digitalkameras besitzt? Und wo doch jeder, der seine Kamera mal zu Hause vergessen hat, unterwegs Schnappschüsse mit seiner Handykamera machen kann? Was unterscheidet die Fotografie und die Porträtmalerei? Und wer nutzt diese heute noch?

Das Fotografieren gehört heute zum Alltag. Fotografiert wird alles und jeder: die Geburtstagsfeier mit Freunden, die Geburtstagspost, die Geschenke, der Hund der Gastgeberin, die einzelnen Schritte vom Teig zum fertigen Schokoladenkuchen – alles, einfach alles wird klitzeklein dokumentiert und stolz bei Facebook oder anderen sozialen Netzwerken der Welt präsentiert.

Die persönlichen Informationen, die Anzahl der Freunde und die von Freunden geposteten Nachrichten und Fotos machen es denkbar einfach, sich ein grobes Bild von jemandem zu machen. Ob der erste Eindruck dem Menschen hinter dem Profil wirklich gerecht wird, ist jedoch unwahrscheinlich und immer schwer zu beurteilen. Neben dem oft modeltauglichen Profilbild finden sich neben Urlaubsfotos auch Fotos des Partners, des Hauses, des Autos oder weiterer Prestigeobjekte – nicht anders als bei der Porträtmalerei geht es um die positive Selbstdarstellung.

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Orest Kiprenski, Porträt des Oberst Jevgraf Dawydow, 1809.
Öl auf Leinwand, 162 x 116 cm.
Russisches Museum, St. Petersburg.

Im Laufe der kunsthistorischen Epochen war in der Porträtmalerei die Grenze zwischen Individualisierung und Idealisierung mal mehr und mal weniger fest umrissen. Spätestens seit der italienischen Renaissance (Blütezeit 15. – 16. Jahrhundert) ist ein Porträt jedoch mehr als die reine Wiedergabe des (idealisierten) äußeren Erscheinungsbildes. Anhand der Kleidung und des Schmucks der Porträtierten ließ sich der gesellschaftliche Stand ablesen, und gleichzeitig sollte das Porträt einen Einblick in das Seelenleben und die Persönlichkeit der Porträtierten geben.

Im Gegensatz zur Fotografie ermöglicht das Porträt eine genauere Studie des Motivs, durch Farbgebung und Kontraste können besondere Effekte erzeugt werden, wobei der Übergang zwischen Fotografie und Malerei fließend ist und die gegenseitige Beeinflussung beider Medien einen spannenden Dialog erzeugt. Und in einem Zeitalter der Fotografie wird die Porträtmalerei geradezu zu einem Luxusobjekt, ein gutes Porträt vom Fotografen ist schon für unter 100 Euro zu haben, aber ein gemaltes Porträt? Der spektakulärste Auftrag stammt vermutlich von der britischen Sängerin Rhianna (*1983), die sich anfang letzten Jahres von der britischen Künstlerin Claire Milner ein riesiges Porträt von Marilyn Monroe (1926-1962) aus 65 000 Swarovski-Kristallen anfertigen ließ – Wert dieses Porträts? Knapp 120 000 Euro!

Im Rahmen der Preisverleihung des bereits seit 33 Jahren jährlich vergebenen BP Portrait Award werden in der aktuellen Ausstellung der Scottish National Portrait Gallery noch bis zum 27. Januar 2013 die [nach Angaben der Galerie] besten zeitgenössischen Porträtmaler der Welt präsentiert. Aus den über 2 000 internationalen Einsendungen wurden 55 Werke ausgewählt, unter denen sich neben persönlichen Studien von Familienmitgliedern und Freunden auch berühmte Gesichter befinden. Die Werke repräsentieren jedes Lebensalter, von dem bunt-abstrakten Mädchenporträt About Time von Toby Mulligan bis hin zu der ganz unidealisierten, die Zeichen des Alters zeigenden Aktdarstellung Auntie von Aleah Chapin, die sich mit diesem Werk den mit ₤ 25 000 dotierten Hauptpreis sicherte.

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Aleah Chapin, Auntie, 2012 (Detail).
Oil on canvas.
Bis zum 27.01.2013 in der Scottish National Portrait Gallery ausgestellt.

Der im Verlag Parkstone-International herausgegebene Buchtitel 1000 Porträts, vermittelt anhand der bedeutendsten Werke der Porträtkunst aller Epochen einen guten Einstieg ins Genre, ob realistisch oder abstrakt, romantisch, impressionistisch oder symbolisch, alle Epochen haben ihre ganz eigenen ergreifenden Highlights. Unabhängig davon, welche Möglichkeiten die Fotografie heute bietet, die Porträtmalerei wird wohl nie etwas von ihrer enormen Anziehungskraft verlieren.

C. Schmidt

Die Kunst zu verführen …
27 Mai 2013

Die Kunst zu verführen …

… oder von der Kunst verführt! In der zwischenmenschlichen Interaktion finden sich immer wieder Gelegenheiten, zu werben, umworben zu werden oder sich gegenseitig zu verführen. Und da es in der heutigen Zeit vermeintlich immer schwieriger wird, im Alltag, im Beruf oder online einen passenden Partner kennenzulernen, gibt es mittlerweile zusätzlich zum Knigge, von dem jeder mal gehört haben sollte, auch noch diverse Bücher und Kurse, die einem das „richtige Flirten“ beibringen wollen. Angeblich sollen sich damit zumindest die Chancen erhöhen, die Gelegenheit zur Verführung zu bekommen.

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Jean-Auguste-Dominique Ingres, Die Badende, auch: Die Valpicon Badende, 1808.
Öl auf Leinwand, 146 x 97 cm.
Musée du Louvre, Paris.

Die Sache mit dem Verführen ist wirklich nicht ganz einfach und hat auch so gar nichts mit dem jugendsprachlichen „Abschleppen“ zu tun, auch wenn das so manch einer immer wieder miteinander verwechselt. Verführung ist Kunst, und zwar eine Kunst, deren Techniken man in verschiedenen Seminaren abhängig vom eigenen Talent erlernen oder deren man sich, allein auf die eigene Intuition vertrauend, hingeben kann. Doch sollte man immer bedenken, dass die Technik der eigenen Persönlichkeit bedarf, denn sonst ist jeder Versuch der Werbung und der Verführung zum Scheitern verurteilt. Betrachten wir nur einmal die großen Künstler, die ihre Technik gelernt haben – sie wären ohne ihre Inspiration, Intuition und Kreativität niemals zu den großen Meistern geworden, die sie heute für uns sind.

Und dennoch lobe ich mir in diesem Zusammenhang die Autodidakten unter den Künstlern, die den Betrachter mit ihrer Kunst verführen, ohne eine technische Ausbildung genossen zu haben. Wozu also Seminare besuchen, wenn das Vertrauen in die eigene Persönlichkeit gekoppelt mit ein wenig Kreativität uns selbst zum Künstler macht und wir die Kunst der Verführung nur noch in einem uns entsprechenden Medium zum Ausdruck bringen müssen?

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Tizian (Tiziano Vecellio), Der Raub der Europa, 1559-1562.
Öl auf Leinwand, 185 x 205 cm.
Isabella Stewart Gardner Museum, Boston.

Im Fachjargon spricht man von Rezeption, in der National Gallery London bis zum 20. Januar von Verführung. Nutzen Sie die Gelegenheit und lernen Sie die Kunst des Verführens kennen, indem Sie sich von der Kunst und ihren Rezipienten in der Ausstellung Seduced by Art verführen lassen. Verfolgen Sie die Geschichte der Fotografie und entdecken Sie neu interpretierte alte Meisterwerke in zeitgenössischen Fotoinstallationen. Alternativ bietet der Verlag Parkstone International mit Die erotische Fotografie oder Man Ray nicht nur verschiedene Titel zur Lichtbildkunst, sondern auch eine große Auswahl Alter Meister und ihrer Meisterwerke auf http://ebook-gallery.com/de.

Allein aus Freude am Sehen
27 Mai 2013

Allein aus Freude am Sehen

Allein aus Freude am Sehen und ohne Hoffnung, seine Eindrücke und Erlebnisse mitteilen zu dürfen, würde niemand über das Meer fahren (Blaise Pascal)

Seien Sie mal ehrlich: Würden Sie ohne Kamera in den Urlaub fahren? Was wäre heute schon ein Urlaub ohne Urlaubsfotos? Ein Reisebericht ohne Anschauungsmaterial? Die im Titel zitierte Äußerung des französischen Mathematikers und Erfinder des Pascalschen Dreiecks, Blaise Pascal (1623-1662), gilt demnach heute so wie damals.

Dennoch gibt es einen entscheidenden Unterschied: „Früher zeichnete man auf Reisen, um sich erinnern zu können, wo man war. Heute filmt man auf Reisen, um zu erfahren, wo man gewesen ist.“ Das jedenfalls stellte Albert Camus (1913-1960), einer der bekanntesten und bedeutendsten französischen Autoren des 20. Jahrhunderts, bereits mehr als 30 Jahre vor der Erfindung der Digitalfotografie im Jahr 1975 fest. Wie recht er damit doch hat: Denn wie selten nimmt man sich auf einer Reise die notwendige Zeit, um ein Foto zu machen und sich über das betreffende Motiv vor Ort zu informieren? Wie oft fotografieren wir nicht nur die Sehenswürdigkeit selbst, sondern zugleich auch die dazugehörige Informationstafel, um das betreffende Objekt später bequem von zu Hause aus zu googeln und auf diese Weise effizient und zeitsparend alle wichtigen Informationen darüber einholen zu können.

 

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Utagawa Hiroshige, Nächtlicher Blick auf die acht berühmten Orte von Kanazawa, aus der Serie Schnee, Mond, Blumen, Juli 1857.
Farbiger Druck nach Holzschnitt, rechtes Blatt: 36,7 x 24,6 cm; zentrales Blatt: 36,7 x 24,7 cm; linkes Blatt: 36,5 x 24,6 cm.
Baur Sammlung, Genf.

 

Unser Informationszeitalter und die sich in den letzten Jahrzehnten rasant weiterentwickelte Mobilität haben uns das Reisen extrem erleichtert. Während die Generation unserer Großeltern in ihrem Leben (wenn überhaupt) nur eine große Reise gemacht hat, von der im pfleglich behandelten Fotoalbum nur wenige vergilbte Aufnahmen zeugen, verursacht die Urlaubszeit heutzutage wahre Bilderfluten. Der japanische, im heutigen Tokio geborene Maler Utagawa Hiroshige (1797-1858) dagegen, der neben Katsushika Hokusai (1760-1849) bis heute in Japan zu den bekanntesten und beliebtesten Malern zählt, schuf einen einmaligen Reisebericht.

Unterwegs auf dem „östlichen Seeweg“, dem Tōkaidō, vom damaligen Regierungssitz Edos (dem heutigen Tokio) zur kaiserlichen Hauptstadt Kyōto, hielt er nicht nur die sich mit den Jahreszeiten verändernde Landschaft fest, sondern dokumentierte in zahlreichen Werken das alltägliche Leben auf dem Fluss und an den Ufern der Handelsstraße: Blühende Kirschbäume, grüne Reisfelder, das dunkelrot leuchtende Herbstlaub des Ahorns umsäumen die Nebenflüsse und Kanäle, schneebedeckte Gipfel befinden sich im Hintergrund. Auf dem Fluss und am Ufer wird Handel betrieben. In den kleinen Dörfern, buddhistischen Klöstern und Tempeln, in den Städten, auf den Brücken, in den Teehäusern und Palästen – überall herrscht ein geschäftiges Treiben. Handelstreibende, Feldarbeiter mit ihren Reishüten, die Kimono tragende Stadtbevölkerung und lange Festprozessionen bevölkern die Stadtansichten.

 

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Utagawa Hiroshige, Allgemeine Ansicht der Ersten Straße im Nihonbashi-Viertel, Nihonbashi tori Itchôme ryakuzu, August,1858.
Farbholzschnitt, 36 x 24 cm.
Schenkung von Anna Ferris, Brooklyn Museum of Art, New York.

 

Sein Reisebericht machte ihn zum bekanntesten Künstler des Ukiyo-e, einer Kunstrichtung der Edo-Periode (1603-1868), die sich vor allem das Alltagsleben der Stadtbevölkerung zum Motiv nahm. Die Arbeiten des Künstlers, der eigentlich als Feuerwehroffizier arbeitete, aber von einem Freund und Vorgesetzten die Grundkenntnisse des Malens und der Kalligrafie erlernte und später neben seinem Beruf eine Lehre als Farbholzschnittzeichner begann, übten einen großen Einfluss auf die Impressionisten und vor allem auf Van Gogh aus.

Eine große Auswahl Hiroshiges Werke präsentiert noch bis zum 17. März die aktuelle Ausstellung der Pinacothéque de Paris Hiroshige, l’art du voyage (Hiroshige – Die Kunst des Reisens), die zeitgleich mit einer großen Ausstellung über die Bedeutung des Japanismus im Werk von Vincent Van Gogh (1853- 1890) stattfindet.

Im Verlag Parkstone International sind darüber hinaus mit den E-Book-Titeln Hiroshige von Mikhail Uspensky und Ukiyo-e von Edmond de Goncourt zwei Bücher erschienen, die sich mit zahlreichen Farbabbildungen und interessanten Erläuterungen mit dem Leben und Werk Hiroshiges auseinandersetzen.

C. Schmidt

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