21.12.2012 – Das Ende der Welt?
Gesetzt den Fall, dieser Tag wäre das Ende der Welt. Was würden Sie an Ihrem letzten Tag auf Erden machen?
Am 21. Dezember 2012 endet ein wichtiger Abschnitt des Maya-Kalenders und gleichzeitig kommt es zu einer astronomischen Besonderheit: Die Sonne wird sich – von der Erde aus betrachtet – zur Wintersonnenwende am 21. Dezember im Zentrum der Milchstraße befinden, eine Konstellation, die nur etwa alle 26 000 Jahre eintrifft und für viele den Grund dazu liefert, sich die verrücktesten Theorien und Endzeitszenarien auszumalen: Erdbeben, Schwarze Löcher, Außerirdische, eine Verschiebung der Pole, das Ende der Welt ausgelöst durch einen radioaktiven Strahl … .

Henry Fuseli, Der Albtraum, 1781.
Öl auf Leinwand, 101,6 x 126,7 cm. The Detroit Institute of Art, Detroit.
Das Sprichwort „Lebe jeden Tag so, als wäre es dein Letzter!“ bekommt in diesem Zusammenhang einen nahezu sarkastischen Beigeschmack. Ebenso all die Ratgeberliteratur, die seit einigen Jahren die Regale der Buchhandlungen und heimischen Wohnzimmer überflutet: Während zu Luthers Zeiten ein erfülltes Leben nach dem Volksmund drei Komponenten umfasste, nämlich ein Haus bauen, einen Sohn zeugen und einen Baum pflanzen, existieren heutzutage für ein erfülltes Erdendasein schier unendliche to-do-Listen.
Die bekannteste unter diesen Listen stellt vermutlich der von der Reisejournalistin Patricia Schultz 2003 veröffentlichte Titel 1 000 Places to See Before You Die (1000 Orte, die man sehen muss, bevor man stirbt) dar. Die Erstausgabe dieses Weltreiseführers war in Deutschland mit über 750 000 verkauften Exemplaren 273 Wochen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Zahlreiche ähnliche Titel folgten: Darunter die 1001 Bücher: die Sie lesen, 1001 Filme, Gärten und Gemälde: die Sie sehen und 1001 Songs: die Sie hören sollten, bevor das Leben vorbei ist.
Zahlreiche weitere Must-do-Listen kursieren im Internet – Definitiv nicht die richtige Literatur für den letzten Tag auf Erden. In unserer Zeit ist es allem Anschein nach nicht einfach, sein Leben mit einem ruhigen Gewissen für erfüllt zu betrachten, zu viele Plätze, Bücher, Songs, Gerichte, Kunstwerke, die man kennen sollte. Würde man all diese Ratgeber ernst nehmen, wäre das Leben ein reinster Wettlauf mit der Zeit. Natürlich ist es wichtig viel von der Welt zu sehen und möglichst viel Neues auszuprobieren, dennoch sollte der Genuss dabei nicht zu kurz kommen.

Pieter Claesz., Stillleben mit Totenkopf, Folianten, Taschenuhr und erloschener Öllampe, 1630. Öl auf Holz, 39,5 x 56 cm. Mauritshuis, Den Haag.
Sein Lieblingsbuch zum dritten Mal lesen? Mit seinen Freunden jedes Jahr den Winterurlaub in derselben Skihütte im Harz verbringen und am Silvesterabend gemeinsam Dinner for One gucken? Dafür bliebe gar keine Zeit, aber genau das ist das Schöne im Leben: Die Gewissheit, dass manche Dinge in unser schnelllebigen Zeit einfach so bleiben, wie sie sind. Tage, wie der 21.12.2012 sollten uns lediglich daran erinnern, jeden einzelnen Tag zu genießen und unsere Zeit auf Erden zu nutzen, und zwar auf die Art und Weise, wie es für uns persönlich am Besten ist, da braucht es keine Listen. Hören Sie einfach auf Ihr Bauchgefühl!
Die Ausstellung Death: A Self-portrait der Wellcome Collection in London zeigt bis zum 24. Februar 2013 (und damit weit über den vermeintlichen Weltuntergang hinaus) rund 300 Werke, die sich mit der Ikonografie des Todes und unseren komplexen und widersprüchlichen Einstellungen dem Tod gegenüber auseinandersetzen. Neben historischen Artefakten, wissenschaftlichen Proben und Ephemera aus der ganzen Welt gibt es neben alten Inka-Schädeln, seltene anatomische Zeichnungen und Drucke von Rembrandt, Dürer und Goya, Vanitas-Gemälde sowie Installationen des 20. Jahrhunderts zu sehen. Die Ausstellung ermöglicht eine vielschichtige Auseinandersetzung mit dem Tod und erinnert den Besucher nicht nur daran, dass die Tage auf Erden begrenzt sind, sondern fordert gleichzeitig dazu auf, etwas aus dieser begrenzten Zeit zu machen.
Viele berühmte Maler haben sich in ihrer Kunst mit dem Tod und dem Leben nach dem Tod auseinandergesetzt. Erfahren Sie mehr über den Teufel in der Kunst und die Kunst Rembrandts, Dürers und Goyas mit den im Verlag Parkstone-International erschienen Titeln Satan, Beelzebub, Luzifer – Der Teufel in der Kunst von Arturo Graf, dem von Victoria Charles herausgegebenen Sammelband Rembrandt – Maler, Kupferstecher und Zeichner sowie mit den E-Book-Titeln Dürer und Francisco Goya. von Arturo Graf und gönnen Sie sich ruhig die Zeit, die Bücher mehr als einmal zur Hand zu nehmen.
In diesem Sinne: Carpe diem!
C. Schmidt
Nackt in der Öffentlichkeit? Das sollte für uns Deutsche als Gründer des ersten Freikörperkultur-Vereins (1898) doch eigentlich kein Problem darstellen. Nackt gibt man sich heutzutage nicht nur an den gerade an der deutschen Ostseeküste weitverbreiteten FFK-Stränden oder an den ausgewiesenen Plätzen an den Ufern der Baggerseen, nackt zu sein ist zu einer richtigen Freizeitbeschäftigung geworden: Nacktwandern, Nacktradeln, Nacktrudern oder Nacktreiten – Die aktiven Nackten, die sogenannten Nacktivisten planen die verschiedensten Veranstaltungen und versuchen, den Großteil ihres Alltags unbekleidet zu bewältigen. Durch Internet-Foren finden die Aktionen eine breite Anhängerschaft und wer jetzt denkt, dass Nacktheit nur etwas für den Sommer ist, täuscht sich gewaltig: In den Jahren 2009 und 2010 fanden in Braunlage im Harz sogar „Nacktrodelwettbewerbe“ statt.
Dass nackte Haut generell viel Aufmerksamkeit auf sich zieht, beweisen die bei öffentlichen Veranstaltungen provokativ durchs Bild laufenden „Flitzer“, die später oft Teil der Berichterstattung sind und durch die Verbreitung über die Massenmedien ein breites Publikum erreichen. Neben der Selbstdarstellung wird „blankziehen“ auch als „friedlicher“ Protest (Flitzer können sich in Deutschland eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs oder Erregung öffentlichen Ärgernisses einhandeln) genutzt, um sozialkritische oder politische Botschaften zu übermitteln.
Angefangen mit den berühmten nackten Protestaktionen der 1967 im damaligen Westberlin gegründeten Kommune 1 hat sich offenbar eine globale Bewegung gebildet, die für fast alle sozialen und politischen Missstände die Hüllen fallen lässt.
Die berühmteste Aktion ist dabei wohl die der PETA (People for the Ethical Treatment of Animals). Die Organisation, die sich für die Grundrechte von Tieren einsetzt und sich für die Abschaffung der Massentierhaltung zum Zweck der Gewinnung von Fleisch, Milch, Eiern, Leder, Fellen und Pelzen stark macht, holt sich in aufwendigen Shootings die Stars und Sternchen der Unterhaltungsindustrie vor die Kamera.
Unter dem Motto „Lieber nackt als im Pelz!“ konnte die nach eigenen Angaben weltweit größte Tierrechtsorganisation schon zahlreiche Stars ablichten: Ashley und Mary Kate Olsen, Daniela Katzenberger, Sarah Connor, Elisabetta Canalis, Franka Potente, Pink, Pamela Anderson, Kelly Osbourne, Eva Mendes, Cindy Crawford, Christina Applegate, Sophie Ellis Bextor und viele weitere ließen für den guten Zweck alle Hüllen fallen. Auch einige Männer, unter ihnen Bela B, Justin Bieber und Paul McCartney, zogen vor der Kamera blank, die Medien dominieren jedoch weiterhin die nackten Frauenkörper.
Um dies zu ändern, rückt die aktuelle Ausstellung des Wiener Leopold Museum unter dem Titel „nackte männer“ gerade diese bis zum 04. März 2013 in den Vordergrund. Mit Leihgaben aus ganz Europa zeigt die in ihrer Thematik bisher einzigartige Ausstellung die Vielfalt und den Wandel in der Darstellung nackter Männer vom späten 18. Jahrhundert bis heute auf. Die älteste Skulptur unter den Nackten stellt dabei eine altägyptische Statue aus der Zeit um ca. 2400 v. Chr. dar, die jüngste ist die zu einem Selbstbildnis umgearbeitete Schaufensterpuppe des zeitgenössischen Konzeptkünstlers Heimo Zobernig. Anhand der Exponate, die vor allem der Aufklärung, der Klassische Moderne und Kunstpositionen nach 1945 zugeordnet werden können, wird eindrucksvoll deutlich, wie schnell und wie stark sich das Schönheitsideal im Laufe der Zeit wandelt.
Auch Literatur beschränkt sich oft auf weibliche Aktdarstellungen, nicht so das im Parkstone-International erschiene Buch Die Geschichte der Herrenunterwäsche, dass sich neben spannenden Informationen zur Geschichte der Herrenunterwäsche explizit der Darstellung kaum bekleideter Männer widmet – das perfekte Weihnachtsgeschenk für den modebewussten Mann oder die neugierige Freundin.
C. Schmidt
Der Weltuntergang scheint dieses Jahr wieder einmal zum Greifen nah und selbst bei Facebook lädt eine Gruppe zum Weltuntergang mit anschließender Aftershow-Party ein. Zittern oder Zelebrieren wir diesem Tag entgegen?
Der 21. Dezember 2012 wurde aufgrund des endenden Maya-Kalenders zum letzten Tag der Erde erklärt. Dass dieser Kalender aber nur das Ende eines Zyklus‘ bedeutet und laut den Maya logischerweise ein weiteres neues Zeitalter beginnt, verschwiegen viele Interpreten und Katastrophenforscher. Nur einige kompetente Wissenschaftler widerlegten diesen vermeintlichen Untergang anhand des Dresdner Codex.
Doch nicht nur endende Maya-Kalender, sondern vor allem zahlreiche Weltuntergangspropheten versprechen und versprachen immer wieder die Apokalypse. Neben zahlreichen Astronomen finden sich religiöse Glaubensgemeinschaften wie die Mormonen und die Zeugen Jehovas unter den Weltuntergangs-Verkündern. Und auch Girolamo Savonarola oder Martin Luther (sogar mehrfach) gliedern sich ebenso in die Reihe der Propheten der bisher nie stattgefundenen Weltuntergänge ein wie Nostradamus, Sir Isaac Newton, Charles Manson oder der Modemacher Paco Rabanne.

Pieter Bruegel d. Ä., Sturz der gefallenen Engel, 1562.
Öl auf Holz, 118,5 x 162,5 cm.
Koninklijke Musea voor Schone Kunsten van België, Brüssel.
Doch wie haben wir uns diesen Weltuntergang vorzustellen? Vermeintlich genaue Daten liefern uns regelmäßig Wahrsager, Sektenführer, Wissenschaftler oder einflussreiche Persönlichkeiten; die Bilder liefert uns jedoch die Kunst. Seit Jahrhunderten stützen bildende Künstler unseren Glauben an das Ende der Welt, den Höllenschlund, die Welt bevölkernde Monster und Ungeheuer oder, ganz modern, an Außerirdische, die die Weltherrschaft an sich reißen wollen. Und trotz der schauerlichen Darstellungen von Drachen, Mischwesen und Ungeheuern wahren doch vor allem Künstler wie Bosch, Dürer oder Mantegna den künstlerischen Anspruch. Ihnen gelingt es, das Schöne im Hässlichen zu offenbaren.

Andrea Mantegna, Schlacht der Meeresgötter, um 1470-1475.
Kupferstich, 28,3 x 82,6 cm.
Devonshire collection, Chatsworth House, Chatsworth.
Wenn Sie sich von der Schönheit der Darstellungen apokalyptischer Visionen mit all ihren Monstern und Ungeheuern überzeugen lassen wollen, so haben Sie auf jeden Fall noch bis zum 10. März 2013 in der Ausstellung Beautiful Monsters: Beasts and Fantastic Creatures in Early European Prints in der Art Gallery of Alberta, Edmonton, Kanada, die Gelegenheit dazu. Falls Sie den Weltuntergang zu Hause erwarten, finden Sie mit dem Buch Apokalypse von Camille Flammarion oder, wenn Sie es weniger skurril mögen, mit dem Buch Tiergemälde von John Bascom, beide im Verlag Parkstone International erschienen, einen idealen Zeitvertreib.
Dieser Titel weckt in mir das spontane und immense Verlangen nach einem gut gebratenem Beefsteak, außen scharf angebraten, innen zart rosa und in der Mitte noch etwas blutig, das ganze mit Salz und Pfeffer gewürzt – ein Genuss. Viele Vegetarier und Veganer, die meinen größten Respekt, aber auch mein Unverständnis haben, werden auf dieses Verlangen eher mit Abscheu oder Ekel reagieren.
Fleisch ist generell ein viel erforschtes und heiß diskutiertes Thema. Isst man es oder isst man es nicht? Und wenn ja, ist zu viel rotes Fleisch ungesund? Wie kann ich mich ausgeglichen ernähren. Aber die entscheidende und meistumstrittene Frage überhaupt: Wie bereite ich ein gutes Stück Fleisch zu? Und wie unterscheide ich im Vorfeld ein gutes von einem weniger guten Stück Fleisch? Mehr oder weniger hilfreiche Tipps und Tricks versuchen uns viele Zeitschriften, Kochsendungen und Bücher zu vermitteln und so ist das Beef-Magazin gar nicht mal verkehrt und vielleicht auch gerade deshalb interessant, weil es seinen ungebrochenen Anspruch auf Männlichkeit bewahrt. Und irgendwie haben die Redakteure damit ja auch recht: Fleisch ist männlich – und die Grillsaison beginnt jedes Jahr am 01. Januar und endet am 31. Dezember.
Aber Fleisch ist ebenso sexy. Ja, Fleisch ist sexy, weil ein pures Genussmittel. Im übertragenen Sinne hat sich hieraus ja auch die Fleischeslust ergeben, die Lust auf das Fleisch des anderen Geschlechts – Sex, Erotik und Leidenschaft sind in dieser Lust inbegriffen. Ob Rodin nun ein Steakliebhaber war, ist schwer zu beurteilen, jedoch lag ihm die Darstellung der Fleischeslust: der Lust am Schauen, der Begierde des Fleisches für das Fleisch. Nackte erotische Körper scheinen aus dem Marmor zu entspringen, entstehen aus ihm, zeigen Leidenschaft in der Bewegung, im Moment des Kusses, in der Umarmung.
Ob Sie nun Fleischliebhaber, Vegetarier, Veganer oder Frutarier sind, genießen Sie die Skulpturen Rodins – das dem Marmor entwachsende Fleisch – noch bis zum 1. September 2013 im Musée Rodin in der Ausstellung Rodin, la chair, le marbre oder holen Sie sich die Leidenschaft dieses Bildhauers in hochauflösenden Abbildungen mit den verschiedenen Formaten des Verlages Parkstone International nach Hause und entdecken Sie diesen einzigartigen Künstler durch die Augen des großen Dichters Rainer Maria Rilke.
Die Versteigerung dauerte gerade mal 12 Minuten, dann stand im Mai 2012 beim New Yorker Auktionshaus Sotheby’s die neue Rekordsumme fest: 91,033,826 Millionen Euro (107 Millionen Dollar zuzüglich des Zuschlags für das Auktionshaus) für den letzten sich bis dato in Privatbesitz befindlichen Schrei von Edvard Munch (1863-1944). 70 Jahre lang befand sich das Werk im Privatbesitz der Olsen Familie. Thomas Olsen, ein Nachbar Munchs und Nachkomme der großen norwegischen Reederei-Dynastie, war nicht nur ein Freund, sondern auch einer der größten Förderer des Künstlers.
Damit ist das 1895 gemalte Pastell das teuerste je versteigerte Kunstwerk der Welt und verdrängte den bisherigen Rekordhalter, das im Jahr 2010 für 106,5 Millionen Dollar im New Yorker Auktionshaus Christie’s versteigerte Gemälde Nackte, Grüne Blätter und Büste Pablo Picassos (1881-1973) auf den zweiten Platz. Noch größere Summen sollen jedoch mitunter bei Direktverkäufen zwischen Privatpersonen fließen, so soll ein Unbekannter im Jahr 2011 für Cézannes Gemälde Die Kartenspieler (1892-1896) 250 bis 275 Millionen Euro gezahlt haben[i]. Aber nicht nur die erzielten Summen sind interessant, sondern auch, dass mit Ausnahme des Schreis, des ältesten Gemäldes der Liste, alle Arbeiten aus dem 20. Jahrhundert stammen. So nehmen erstaunlicherweise die Arbeiten Jackson Pollocks (1912-1956) und Willem de Koonings (1904-1997) mit 140 und rund 138 Millionen Dollar die ersten zwei Plätze des Rankings ein. Der im Jahr in Lettland geborene Mark Rothko (1903-1970), ein weiterer Vertreter des Abstrakten Expressionismus der New Yorker Schule schaffte es mit der Auktionssumme von gerundet 87 Millionen Dollar auf Platz 9 und der irische Maler Francis Bacon (1909-1992) mit knapp über 86 Millionen auf Platz 10. Darüber hinaus tauchen drei Picassos und zwei Werke Gustav Klimts (1862-1918) im Mittelfeld der Top Ten auf[ii].
Wo bleiben die Alten Meister? Wo die sonst so beliebten französischen Impressionisten?

Ernst Ludwig Kirchner, Der rote Turm in Halle, 1915.
Tempera auf Leinwand, 120 x 90,5 cm.
Museum Folkwang, Essen.
An der Schwelle zum 20. Jahrhundert noch undenkbar, entstammen die teuersten Arbeiten ganz klar der Moderne und sind teilweise der Klassichen Moderne, dem Expressionismus sowie Symbolismus sowie teilweise der zeitgenössischen Moderne zugehörig. Dass zeitgenössische Künstler heute solche Preise erzielen können, haben sie dabei ihren „wilden“ Vorreitern zu verdanken.

Henri Matisse, Der Tanz, 1909-1910.
Öl auf Leinwand, 260 x 391 cm.
The State Hermitage, St. Petersburg.
Henri Matisse (1869-1954), André Derain (1880-1954) und Maurice de Vlaminck (1876-1958), um nur die bedeutendsten, der als Fauves (frz. für wilde Bestien) bezeichneten Künstler zu nennen, lösten bei den Zeitgenossen einen regelrechten Schock aus. Die abstrakten Formen, die knalligen miteinander kontrastierenden Farben – was wäre wohl passiert, wenn sie mit einem Pollock konfrontiert gewesen wären?
Das Museum Folkwang in Essen stellt in der Ausstellung Im Farbenrausch: Munch, Matisse und die Expressionisten noch bis zum 13. Januar 2013 erstmals die Werke der französischen Fauves, die Arbeiten Edvard Munchs und die der deutschen und russischen Expressionisten wie Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Alexej von Jawlensky, Wassily Kandinsky, Gabriele Münter und Franz Marc einander gegenüber.
Erfahren Sie mehr über die Wegbereiter der Moderne und deren Einfluss auf die nachfolgende Künstlergeneration mit Hilfe der im Verlag Parkstone-International auch als E-Book erschienenen, reich illustrierten Titeln Munch(von Patrick Bade), Munch (von Elizabeth Ingles), Van Gogh und Expressionismus.
C. Schmidt
[i] Die zehn teuersten Gemälde der Welt – weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/kultur/kunst/die-zehn-teuersten-gemaelde-der-welt-275-millionen-euro-fuer-einen-pollock_aid_746688.html (26.11.2011)
[ii] Liste der teuersten Gemälde. http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_teuersten_Gem%C3%A4lde (26.11.2011)
Die meisten erfolgreichen künstlerischen Werdegänge sind geprägt von Gönnern, Kennern, Ausbildung, Rezeption, Kreativität und Auftraggebern. Dies gilt auch für eine Gruppe von Künstlern, die es zu Beginn des 17. Jahrhunderts, traditionell der Ausbildung entsprechend, nach Rom zog, und damit in eine Stadt, die zu jener Zeit von einem tendenziell normzerstörenden Künstler geprägt war – Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571-1610). Mit seinen fesselnden Kompositionen, einem radikalen Naturalismus und einer zuvor nicht gekannten Lichtregie entwickelt er einen ihm eigenen Stil. Figuren werden mithilfe der schlaglichtartigen Beleuchtung modelliert, der verdunkelte Hintergrund wird undefinierbar und so die Szene dramatisch zugespitzt.
Für diese Gruppe nach Rom drängender junger Künstler aus Utrecht, unter ihnen Dirck van Baburen (1595-1624), Hendrick ter Brugghen (1588-1629) und Gerrit van Honthorst (1592-1656), sollte Caravaggio zum künstlerischen Vorbild avancieren. In Rom fanden sie seine Bilder nicht nur in den Kirchen und Palazzi, sondern auch bei ihren eigenen Auftraggebern wie etwa Vincenzo Giustiniani (1564-1637).
Die Utrechter Caravaggisten, wie sie sich, zurück in den Niederlanden, ab 1620 nannten, schufen vor allem Historiengemälde und zahlreiche Genrebilder, in denen sie mit Vorliebe Dirnen, Musikanten und Wirtshausszenen darstellten. Das Schlaglicht Caravaggios erhielt Einzug in die traditionellen niederländischen Bildthemen, die caravaggeske Beleuchtung wurde durch künstliche Lichtquellen wie brennende Kerzen ergänzt.

Hendrick ter Brugghen, Junger Mann, seine Pfeife mit einer Kerze anzündend, ca. 1625.
Öl auf Leinwand, 67,6 x 55 cm.
István-Dobó-Museum, Eger.
Während Michelangelo Merisi da Caravaggio den entscheidenden und unverkennbarsten Einfluss auf diese jungen Maler hatte, so gab es doch zahlreiche europäische Künstler, die Caravaggio rezipierten. In Italien gehörten Bartolomeo Manfredi (1580-1622), Orazio und Artemisia Gentileschi (Vater (1563-1639) und Tochter, (1593-1653)) und Carlo Saraceni (1570-1620) zu den bedeutenden Vertretern, die Lichtregie und Realismus der Modelle übernahmen, in Frankreich sollten vor allem Simon Vouet (1590-1649), Valentin Boulogne (1591-1632) und Georges de La Tour (1593-1652) den Caravaggismus prägen.
Lassen Sie sich von einem der großartigsten und künstlerisch einflussreichsten Maler der Kunstgeschichte und seinen Rezipienten noch bis zum 10. Februar 2013 in der Ausstellung Bodies and Shadows: Caravaggio and His Legacy im LACMA Los Angeles fesseln, oder entdecken Sie den Meister von Licht und Schatten und seine dramatischen Kompositionen in den verschiedenen Formaten, Best Of, Mega Square und Temporis, des Verlages Parkstone International.
Der Schweizer Künstler Paul Klee (1879-1940) wird der Abstrakten Kunst zugeordnet. Doch wie lässt sich Abstraktion eigentlich definieren? Der Begriff ‚abstrakt‘ steht im Gegensatz zu ‚real‘ und hat nur in der Gegenüberstellung zu seinem Antonym eine Bedeutung, denn wenn nichts real wäre, könnte natürlich auch nichts von der Realität abstrahiert, d. h. vereinfacht oder verallgemeinert werden. Alles, was in der Wissenschaft nicht gemessen werden kann, ist nicht real. Träume, Wünsche, Ideen, Vorstellungen – alles ist subjektiv und dem Begriff nach zunächst nicht real. Doch mittels der Kunst kann dieses Nicht-Reale in etwas Reales umgeformt werden: „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar“ behauptete Klee zu recht in seinen theoretischen Schriften.

Paul Klee, Vermesse Felder, 1929. Aquarell und Bleistift auf Papier auf Karton, 30,4 x 45,8 cm. Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf.
Ist Kunst nicht gerade erst dann spannend, wenn man den Sinn des Dargestellten nicht auf den ersten Blick begreifen kann, oder wenn man gar davon ausgeht, dass es nicht die eine festgeschriebene Bedeutung gibt, sondern dass es dem Betrachter obliegt, sich selbst in dem Werk wiederzufinden. Während die Betrachtung bei objektbezogener Kunst oft flüchtig und oberflächlich bleibt, laden abstrakte Kunstwerke geradezu dazu ein, das Werk näher in Augenschein zu nehmen. Gelingt es uns dann, in die Welt des Ungegenständlichen einzutauchen und in uns selbst hinein zuhören, erkennen wir vielleicht Parallelen zu unserer eigenen Erfahrungswelt: „Mit der Abstraktion ist die Realität bewahrt“ notierte Klee in seinen Aufzeichnungen, da man „eine Brücke zu den Erfahrungen der Wirklichkeit“ findet. Bei abstrakter Kunst reicht nicht der prüfende Blick auf Werk und Titel, wir brauchen Zeit, um es auf uns wirken zu lassen.

Paul Klee, Rote und weiße Kuppeln, 1914.
Aquarell und Gouache auf Papier auf Karton, 14,6 x 13,7 cm.
Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf.
Und oft brauchen wir neben ein wenig Geduld auch ein kindliches Maß an Fantasie, um ganz unvoreingenommen etwas für uns selbst zu entdecken. Klee und sein künstlerisches sowie schriftstellerisches Werk können als Anleitung dazu fungieren, als eine Anleitung, die er selbst nicht brauchte: „Im Restaurant meines Onkels, des dicksten Mannes der Schweiz, standen Tische mit geschliffenen Marmorplatten, auf deren Oberfläche ein Gewirr von Versteinerungsquerschnitten zu sehen war. Aus diesem Labyrinth von Linien konnte man menschliche Grotesken herausfinden und mit Bleistift festhalten. Darauf war ich versessen.“ So lautet eine Kindheitserinnerung im ersten Band seiner drei Tagebücher.
Im Jahr 1960 gegründet, besitzt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen heute eine der umfangreichsten Werksammlungen Klees. Aus den 100 Gemälden, Zeichnungen und Aquarellen Klees, die sich im Besitz der Kunstsammlungbefinden, hat die Kuratorin Anette Kruszynski die aktuelle noch bis zum 10. Februar 2013 geöffnete Ausstellung 100 x Paul Klee im K21 im Düsseldorfer Ständehaus zusammengestellt.
„Das Bild“ hält Klee in seinen Schriften fest „hat keinen besonderen Zweck. Es hat nur den einen Zweck, uns glücklich zu machen. Es soll etwas sein, das uns zu schaffen gibt, was wir gerne öfter sehen, was wir zum Schluss gerne besitzen möchten.“ Öfters sehen können Sie Klees Werke vor oder nach dem Ausstellungsbesuch mit der im Verlag Parkstone-International herausgegebenen Monografie Kleeoder den E-Books Expressionismusund Bauhaus.
-C.Schmidt
Es geht doch eigentlich nichts über ein kühles, frisch gezapftes Bier an einem heißen Sommertag an der Elbe, im Biergarten oder bei Freunden. Und während bei uns Pils und Hefeweizen ganz besonders beliebt sind, trink man im Pub im schönen Irland schon eher ein Lager, Irish red ale oder das traditionelle Guinness. Doch was hat diese Traditionsbrauerei mit dem Niederländer Rembrandt van Rijn (1606-1669), dem Engländer Thomas Gainsborough (1727-1788) und dem Flamen Anthonis van Dyck (1599-1641) gemeinsam? Edward Cecil Guinness, 1st Earl of Iveagh (1847–1927), der zwar nicht der Gründer, aber der Erbe des Familienunternehmens und nicht nur im Bierbrauen recht erfolgreich war.
Mit seinen hauptsächlich in den Jahren 1887 bis 1891 angekauften Werken englischer, flämischer und niederländischer Künstler des 17. bis 19. Jahrhunderts bestimmte er neben den Bankiers Rothschild, John Pierpont Morgan (1837-1913) und Henry Clay Frick (1849-1919) den Kunstmarkt und -geschmack seiner Zeit. Die für die damalige englische Aristokratie typische Kunstsammlung umfasst zahlreiche Porträts von Rembrandt bis Gainsborough sowie Seestücke von William Turner (1775-1851) und Aelbert Jacobszoon Cuyp (1620-1691). Zur Unterbringung seiner umfangreichen Sammlung von Landschaften und Porträts erwarb Edward Cecil Guinness 1925 Kenwood House in London, welches kurz nach seinem Tod 1927 der Öffentlichkeit als Museum zugänglich gemacht wurde.

Rembrandt van Rijn, Selbstporträt, ca. 1665.
Öl auf Leinwand, 114,3 x 94 cm.
English Heritage, Iveagh Bequest, Kenwood House.
Im Zusammenhang weitreichender Renovierungsmaßnahmen am Kenwood House sind nun 48 Werke einer der bedeutensten englischen Sammlungen, dem Iveagh Bequest, auf Amerika-Reise. Die Ausstellung Rembrandt, van Dyck, Gainsborough: The Treasures of Kenwood House, London ist noch bis zum 13. Januar 2013 im Milwaukee Art Museum zu sehen, bevor sie dann weiter ins Seattle Art Museum und zum Arkansas Art Center zieht.
Entdecken Sie alternativ und zusammen mit Victoria Charles und Emile Michel die Meisterwerke van Dycks und Rembrandts mit den Büchern des Verlages Parkstone International.
Der deutsche Kunsthistoriker Will Grohmann (1887-1968) ist ein großer Name in der Kunstgeschichte: er gilt als einer der einflussreichsten deutschen Kunsthistoriker und -kritiker des 20. Jahrhunderts – und gerade in diesem Jahrhundert gab es viel zu tun. Den Begriff ‚Kunst‘ in Worte zu fassen oder gar eine einheitliche Definition für Kunst zu finden, bereitet nicht nur den Kunsthistorikern seit jeher Kopfzerbrechen. Die um den Begriff ‚Kunst‘ gezogene Grenze wurde im Laufe der Geschichte stetig ausgedehnt und neu gesteckt. Grob zusammengefasst, diente Kunst zunächst als Ausdrucksmittel kultischer, mythischer und religiöser Erzählungen (Antike und Mittelalter). Die niederländischen Genredarstellungen bewiesen dann, dass Kunst nicht nur christliche und historische Sujets darzustellen vermag, sondern zugleich auch als Spiegel der Alltagswelt fungiert – in der Frühen Neuzeit eine schwer zu begreifende Neuerung.
Im Laufe der Geschichte variierte das abgebildete Weltbild, Kunst diente mal als idealisierte Darstellung der Welt (griechisch-römische Antike, Klassizismus), mal als getreues Abbild der Wirklichkeit (Renaissance, Realismus), später als Zerrbild der Natur (Rokoko) und als Ausdrucksmittel der menschlichen Gefühlswelt (Romantik). Während der Kunstbegriff bis dato noch recht greifbar war, änderte sich dies Anfang des 20. Jahrhunderts, als Marcel Duchamp (1887-1968) die Malerei an den Nagel hing, ein Rad auf einem Hocker befestigte, dieses The Bycicle Wheel (1913) nannte und so zum ersten Mal Alltagsgegenstände als Kunst deklarierte. Seine Ready Mades lösten zunächst eine Welle der Empörung aus – Kunst kommt dem Volksmund zu folge schließlich von Können und Ready Mades zur Kunst erklären, das kann doch schließlich jeder oder etwa nicht?

Paul Klee, Sonnenuntergang, 1930.
Öl auf Leinwand, 46,1 x 70,5 cm.
Geschenk von Mary and Leigh Block.
The Art Institute of Chicago, Chicago.
Die Anfang des 20. Jahrhunderts ins Leben gerufene Bewegung des Dadaismus führte zu einer grundlegenden Kunstdebatte, ihre Anhänger schufen mit Absicht Kunst, die sich nicht verkaufen ließ (z. B. Performanzkunst), Kunst, die keinen Regeln folgt, die nicht ästhetisch war. Kunst konnte nun alles sein, was als Kunst deklariert wurde. Was ist nun aber mit dem Kunstbegriff? Kunst kann nun eigentlich alles sein, alles, was von einem Künstler geschaffen wurde, was der Betrachter als Kunst wahrnimmt und – nun kommt das Wichtigste und oft der einzige Grund, warum der Laie ein Werk als Kunst akzeptiert: Kunst ist, was ein Kunstkundiger als Kunst betrachtet. Kunst ist nicht Kunst, weil irgendjemand das behauptet, sondern weil es jemand sagt, der das dazu notwendige Hintergrundwissen und die dazu erforderliche Macht besitzt. An dieser Stelle kommen die Kunsthistoriker und -kritiker ins Spiel. Grohmann machte sich bis zu seinem Tod für die Klassische Moderne stark.

Ernst Ludwig Kirchner, Tiere auf dem Heimweg, 1919.
Öl auf Leinwand, 120 x 167 cm.
Sammlung Eberhard W. Kornfeld, Bern, Davos.
Dieser Mann muss einen außergewöhnlichen großen Terminkalender gehabt haben: Als kunstwissenschaftlicher Berater, Kurator und Kritiker war er nicht nur an zahlreichen bedeutenden Ausstellungen, wie z. B. an der Dresdner Sezession (1919), der documenta I–III (1955, 1959 und 1964) und an den Biennalen von Venedig und São Paulo beteiligt, sondern verfasste darüber hinaus zahlreiche einflussreiche Monografien über viele bedeutende Künstler der Moderne, wie Paul Klee, Henry Moore, Wassily Kandinsky und Ernst Ludwig Kirchner, die bis heute als Standardwerke gelten.
Anlässlich seines 125. Geburtstages präsentiert die Ausstellung Im Netzwerk der Moderne. Kirchner, Braque, Kandinsky, Klee … Richter, Bacon, Altenbourg und ihr Kritiker Will Grohmann der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in seiner Heimatstadt noch bis zum 6. Januar 2013 über 200 Werke der von Grohmann geförderten Künstler. Viele Arbeiten sind seit dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) und ihrer Verunglimpfung als „Entartete Kunst“ zum ersten Mal wieder in Dresden zu sehen. Die Präsentation der Kunstwerke wird durch audivisuelle Hintergrundinformationen ergänzt, die der Besucher individuell abrufen kann. Das multimediale, den gesamten Ausstellungsraum integrierende Konzept wurde unter Mitarbeit der Studierende der Technischen Universität Dresden (Fachbereiche Medieninformatik und Kunstgeschichte) und der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (Fachbereich Geoinformatik) erarbeitet.
Weitere visuelle Impulse zu den herausragenden drei ‚K‘s der Klassischen Moderne liefern die im Parkstone-International herausgegebenen, reich bebilderten Bücher Kandinsky, Klee und Kirchner.
http://www.skd.museum/de/sonderausstellungen/im-netzwerk-der-moderne/index.html
-C.Schmidt
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