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Im Frühjahr 2013 ging ein Aufschrei durch Deutschland: Pferdefleisch – in unserer Lasagne? Kein Tag verging, ohne dass mit dem Finger auf mindestens eine weitere Supermarktkette gezeigt wurde, die Wendys besten Freund als Fertiggericht im Sortiment hatte.
Viele waren schockiert über diesen Etikettenschwindel – aber warum eigentlich? Weil uns die Entscheidung abgenommen wurde, welches Tier wir essen und welches wir gern haben sollen? Weil wir die Illusion der Kontrolle über unser eigenes Essverhalten somit endgültig abgeben mussten?
Oder vielleicht doch, weil uns ein ums andere Mal vor Augen geführt wird, dass wir uns nicht allzu erhaben fühlen sollten – weder über Tiere, die ebenfalls Fleischfresser sind, noch über Menschen aus anderen Ländern, bei denen Hund, Katze oder Ratte ganz selbstverständlich auf der Speisekarte zu finden sind.
Denn eines steht fest: solange wir Fleisch konsumieren, Lederschuhe tragen und keine vegane Zahnseide benutzen, ist jegliche pseudomoralische Entrüstung ebenso fehl am Platz wie an den Haaren herbeigezogenes Erhabenheitsgefühl. Wir alle sind Tiere in einer Wirklichkeit, die der einzige Ort ist, an dem man ein gutes Steak bekommt – und dazu sollten wir stehen.
Am Charmantesten tut das der junge Herr im Video zu „How Animals eat their food“:
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=qnydFmqHuVo&w=560&h=315]
(via: Testspiel)
Falls Sie nun auf den Geschmack gekommen sind, und sich weiter darüber informieren wollen, wie die Tierwelt in der Kunst vertreten wird, heißt es schnell sein: noch bis 28. April ist die Ausstellung Artful Animals im Fine Arts Museum in San Francisco zu sehen. Im MUMOK-Museum Wien findet zeitgleich die Veranstaltungsreihe „Was auf den Tisch kommt“ statt. Für alle, die lieber zuhause auf dem Sofa bleiben wollen, empfiehlt sich ein Blick in John Bascom´s Buch Tiergemälde vom Verlag Parkstone International.
T. Lachner
Der personifizierte Tod, Teufel und Dämonen: Was für Italien die Renaissance und für die Niederlande das Barock war, ist für Finnland der Symbolismus.
Zwei blasse, dunkel gekleidete Buben tragen einen verwundeten Engel auf einer Bahre davon, einer der jungen Träger wirft dem Betrachter einen strengen Blick zu. Der verwundete Engel (1903) von Hugo Simberg (1873-1917) gehört nicht nur zu den bekanntesten Gemälden Simbergs, sondern gilt auch als das Hauptwerk des finnischen Symbolismus, das 2006 von den Besuchern des Ateneums in Helsinki zum „Nationalen Gemälde“ Finnlands gewählt wurde.

Hugo Simberg, Der verwundete Engel, 1903.
Öl auf Leinwand, 127 x 154 cm.
Ateneum Art Museum, Finnish National Gallery, Helsinki.
Im Garten des Todes (1896) kümmern sich drei in schwarze Umhänge gehüllte Skelette um die verschiedenen Pflanzen des Hochbeetgartens; während einer der Todesgärtner eine Reihe kleiner Pflänzchen bewässert, drückt ein anderer, der dem Betrachter direkt zugewandt ist, sich mit beiden Händen einen bereits hochgewachsenen langen Blütenstängel an die Brust – ein sanftmütiger Gevatter Tod, eine Geste der Hingabe, ein gut gemeintes Memento mori oder doch eine Warnung? Die leeren dunklen Augenhöhlen lassen keine Deutung zu.

Hugo Simberg, Im Garten des Todes, 1896.
Öl auf Leinwand, 16 x 17 cm.
Ateneum Art Museum, Finnish National Gallery, Helsinki.
Neben der Liebe gibt es bekanntlich kaum ein anderes Thema, mit dem sich der Mensch und die Kunst so sehr beschäftigen wie mit dem Tod. Aber liegt es an den langen kalten Wintern, der kurzen Vegetationsperiode oder an den finsteren Nadelwäldern des waldreichsten Landes Europas, dass viele der finnischen Symbolisten eine solch düstere Atmosphäre erzeugten?
Es sind die harten Schwarz-Weiß-Kontraste, die Ernsthaftigkeit der Porträtierten, ihr starrer Blick, ihre blasse, nahezu transparent anmutende Haut und ihre dunkle Kleidung, die ganz gewiss zu diesem Eindruck beitragen.
Das Ateneum in Helsinki versammelt in der Ausstellung In the Spirit of Symbolism noch bis zum 28. April 2013 Werke der berühmtesten finnischen Symbolisten, darunter neben Hugo Simberg die in einer skandinavischen Künstlerkolonie in Paris tätig gewesenen Maler Akseli Gallen-Kallela (1865-1931) und Magnus Enckell (1870-1925), die nach ihrem Frankreich-Aufenthalt den Symbolismus nach Finnland brachten.
Das im Verlag Parkstone International erschienene Werk Symbolismus von Nathalia Brodskaya bietet eine gute Einführung in die Kunstepoche, die den Versuch wagte, nicht die uns umgebene wahrnehmbare Realität, sondern die „seelische Tiefe“ zu erforschen.
C. Schmidt
Michelangelo hat seine weltberühmte David-Skulptur aus einem einzigen Block Carrara-Marmor geschlagen. Als er gefragt wurde, wie er dabei vorgegangen sei, soll er geantwortet haben: „Ganz einfach: Ich habe alles weggeschlagen, was nicht David war.“
Das Überflüssige wegnehmen, möglichst alles auf das Wesentliche reduzieren: Dies scheint eine sinnvolle Empfehlung für viele Lebensbereiche zu sein, ganz egal ob es sich dabei um Schminke, den eigenen Satzbau oder die Innengestaltung des neuen Badezimmers handelt.

Italienische Vase aus dem späten 16. Jahrhundert, Courtesy of the Metropolitan Museum of Modern Arts
Doch wo beginnt überflüssiger Luxus und was ist ein nettes Extra? Wo fängt der Kitsch an und was ist ein Klassiker? Gerade im Zusammenhang mit Designobjekten stellt sich oft die Frage: Ist das nun Kunst oder kann das weg?
Diese und ähnliche Fragen stellt sich das Metropolitan Museum of Arts mit der Ausstellung „Plain or Fancy“. Die Objekte, die aus der Dauerausstellung stammen, fordern ihr Publikum vor den entweder grau oder pink gestrichenen Wänden zu ähnlichen Gedankenspielen heraus.
Scheinbar sinnlos-opulenter Schnickschnack, etwa eine Verzierung am Griff eines Kelchs, rückt in ein anderes Licht, wenn der Begleittext erklärt, dass dieser oft für große Trinkrunden und somit für große Alkoholinhalte genutzt wurde und diese Verzierungen dafür sorgten, dass die Hand von dem oft schweren Kelch nicht abrutschte.
So wird aus vermutlich Überflüssigem plötzlich etwas Sinnvolles – doch über Geschmack lässt sich auch weiterhin nicht streiten. Denn der ist, zum Glück, nun ja: Geschmackssache.
Wer nun seinen eigenen Geschmack weiter verfeinern möchte, ohne dafür gleich nach New York zu fliegen, kann auf der Website des Metropolitan Museums of Art den interaktiven „Plain or Fancy?“- Test machen oder sich das bisher nur auf Englisch erschienene Buch Decorative Art von Albert Jaquemart zu Gemüte führen. Die Ausstellung „Plain or Fancy? Restraint and Exuberance in the Decorative Arts” ist noch bis 18. August 2013 im Metropolitan Museum of Art zu sehen.
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