Francisco de Goya (1746-1828), bekannt als „Künstler des Schreckens“, beschäftigte sich eindringlich mit den sozialen und politischen Umständen seiner Zeit und fand dafür teilweise drastische und ungeheuerliche Ausdrucksweisen in seinen Gemälden und Druckgrafiken. Goya verwendet in seinen Bildern das Stilmittel Groteske, wodurch seine übersteigerten Darstellungen der Realität auf den Betrachter schaurig wirken. Seine Pinturas negras (Schwarze Bilder) sind ein eindrucksvolles Beispiel seines Œuvres, in denen sich die düsteren Fantasien des Malers mit den bedrückenden Zeitumständen vermischen.

Francisco de Goya, Saturn frisst seine Kinder, 1820-1823. Öl auf Verputz, auf Leinwand übertragen, 146 x 83 cm. Museo Nacional del Prado, Madrid.
In seiner grafischen Serie Caprichos (übersetzt mit Launen; Einfälle) schuf Goya insgesamt 80 Bildtafeln, in denen er sich kritisch mit den Ehesitten, der Erziehung, der Prostitution und dem Aberglauben seiner Zeit auseinandersetzte. Darüber hinaus griff er auch die Kirche, die Inquisition, den Adel und die Regierung an. Somit spiegeln seine Caprichos alltägliches, aber auch groteskes wider in einer Bildsprache, die vom Realistischen bis ins Traumhafte reicht. So erscheinen in seinen Darstellungen haarsträubende Fantasiewesen wie Ungeheuer, Hexen und Dämonen, die direkte Ausgeburten menschlicher Albträume zu sein scheinen. Diese gesellschaftskritischen Werke Goyas besitzen eine indentierte Mehrdeutigkeit an den Betrachter, der sich in dem ein oder anderen Thema möglicherweise selbst wiederfinden wird.
Goyas bekanntestes Capricho, das Blatt 43 mit dem Titel El sueño de la razón produce monstruos (Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer), gehört zu den bedeutendsten graphischen Werken der Kunstgeschichte. Sueño kann sowohl „Schlaf“ aber auch „Traum“ heißen – von daher können die Ungeheuer, die sich hinter dem schlafenden oder träumenden Mann befinden, als Produkte seines Traums von der Vernunft entstanden sein oder aber erzeugt werden, wenn die Vernunft nicht wach ist, sondern schläft. Somit kann die Grafik als positive, aber auch negative Reaktion auf die Zeit der Aufklärung mit ihrer Berufung auf die Vernunft als höchste Urteilsinstanz interpretiert werden.
Im New Mexiko Museum of Art, Santa Fe kann vom 14. Dezember 2013 bis zum 9. März 2014 die Ausstellung Renaissance to Goya: prints and drawings from Spain besucht werden, die zuvor bereits im British Museum, London zusehen war. Hier wird ein besonderes Augenmerk auf die verschiedenen Arten von Druckgrafiken und Zeichnungen und ihre unterschiedlichen Funktionen gelegt, um die Rolle, die sie in der künstlerischen Praxis und visuellen Kultur Spaniens gespielt haben, aufzuzeigen. Des Weiteren ist im Parkstone International Verlag ein Buch mit dem Titel Goya, geschrieben von Sarah Carr-Gomm, publiziert worden. Dieses sei jedem Goya-Interessierten empfohlen.
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Pablo Picasso, ein unermütlich arbeitender Künstler des letzten Jahrhunderts, der Zeit seines Lebens immer wieder neue Quellen der Inspiration suchte, die er oft aus der frisch erblühenden Liebe zu einer Frau zog. Seine zahlreichen Frauen waren Musen für ihn, um immer wieder neue, vielfältige und faszinierende Kunstwerke zu erschaffen. So griff der Charmeur im Verlauf seiner künstlerischen Karriere unter anderem immer wieder ähnliche Sujets aus den Bereichen Liebe, Liebespaare und erotisches Zusammensein in seinen Bildern auf. Seine Kunstwerke können als Tagebücher seines täglichen Lebens und vor allem seines seelischen und emotionalen Zustands verstanden werden, in denen er sein Verhältnis zu seinen zwischenmenschlichen Beziehungen offenbarte und reflektierte. Von daher zeigt sein Œuvre eine enge Verbindung zwischen Arbeit und Leben eines der größten künstlerischen Genies des 20. Jahrhunderts.
Verfolgen wir die verschiedenen Schaffensperioden Picassos, können wir anhand der wechselnden Formensprache und Ausdrucksweise erkennen, wann eine Beziehung im Leben des Künstlers endete und eine neue begann.

Pablo Picasso und die Frauen. Fotografiert in den 1930er Jahren von Man Ray.Man Ray Trust Paris/VG Bild-Kunst.
So erzählen uns Picassos Bilder, in denen er seine zahlreichen Beziehungen in seinem Leben verarbeitete, viel über ihn selbst, seine Arbeitsmethoden und das Umfeld, in dem er wirkte. Seine stark maskulin ausgeprägte Persönlichkeit ließ ihn seine Inspiration immer wieder in der schönen Weiblichkeit finden.
Noch bis zum 25. Januar 2014 kann man in Florenz, im Palazzo Strozzi die Ausstellung Picasso e l’Amore besuchen, die duch die Fondazione Palazzo Strozzi organisiert und von Laurence Madeline, Maria Grazia Messina und Caterina Zappia kuratiert wurde. Die Ausstellung gibt einen Einblick, wie Picasso liebte, auf welche Art und Weise und inwiefern er dies in seinen Kunstwerken verarbeitete.So greift die Ausstellung verschiedene Themen rund um das Sujet der Liebe, verbunden mit den wichtigsten Partnerinnen, die den Künstler während seines Lebens und seiner Karriere begleiteten, auf: Fernande –die bohèmische Liebe, Eva – die romantische Liebe, Olga –die bürgerliche Liebe, Marie-Thérèse –der Ehebruch und die leidenschaftliche Liebe, Dora –die Ausschweifung und das politische Engagement in der Liebe, Françoise – die Kreativität und die Wiederentdeckung der Jugend in der Liebe und Jacqueline –die Ehe und Partnerschaft bis an das Ende seines Lebens.
Wer Lust bekommen hat , sich näher mit den Themen Liebe und Picasso auseinander zu setzen, dem seien das Ebook Picasso von Jp. A. Calosse und das englischsprachige Buch Love, beide erschienen im Verlag Parkstone International, ans Herz gelegt, die einen Einblick in das Leben des Künstlers und die Liebe im Allgemeinen geben.
Ob es der Arabische Frühling oder Bürgerrechtsbewegungen in der westlichen Welt sind – noch immer kämpfen Menschen unter Einsatz ihres Lebens für Freiheit und mehr Rechte. Dieser Kampf gegen Willkür und Unterdrückung geht vor allem auf die europäischen Revolutionen des 19. Jahrhunderts zurück, als der Ruf nach Freiheit ganze Staaten und Systeme ins Wanken brachte. Jede Revolution erzeugt hierbei ihre eigenen Bilder und Symbole, die auch in der Kunst verarbeitet werden.
Der dem Stil der französischen Romantik angehörende Maler Eugène Delacroix (1798-1863) setzte sich in zwei seiner bekanntesten Werke sowohl mit der französischen Julirevolution von 1830 als auch mit dem Griechischen Unabhängigkeitskrieg von 1821 bis 1829 auseinander und prägte damit deren Wahrnehmung in der Öffentlichkeit.
Die Trikolore schwenkende und Massen aus Arbeitern, Bürgern und Studenten anführende Marianne symbolisert als Ikone der Freiheit den nationalen Kampf für die französische Republik.
Daneben steht das Massaker von Chios im Jahr 1822, das während der Aufstände gegen die osmanische Herrschaft an der griechischen Bevölkerung verübt wurde, und bei dem etwa 70 000 Zivilisten erbarmungslos getötet oder versklavt wurden.
Die Grausamkeit und deren Darstellung veränderte die Meinung im Westen zugunsten der Griechen. Auf anfänglich ausschließlich wirtschaftliche Bedenken folgten politische Sorgen, die als Reaktion die Unterstützung der griechischen Kämpfer hatte. Der Krieg endete schließlich mit der Unabhängigkeit Griechenlands.
Beide Länder fielen jedoch wieder in monarchische Strukturen zurück. In Griechenland setzte der Westen ein absolutistisch anmutendes Königtum ein, auch in Frankreich bestand weiterhin eine Monarchie, wenngleich hier die liberalen Ideen auf längere Sicht gestärkt werden konnten.
Die Ideale der Julirevolution beeinflussten daneben auch ähnliche Bewegungen in ganz Europa, wo ihre Fürstreiter in der Folge immer wieder Erfolge aufweisen konnten, was veranschaulicht, welch starke Wirkung von Symbolen in der Kunst ausgehen kann, wenn Menschen dazu bereit sind, für die dort repräsentierten Ideale einzustehen.
Die Ausstellung Delacroix and the Matter of Finish im Santa Barbara Museum of Art zeigt vom 27. Oktober 2013 bis zum 26. Januar 2014 Ausschnitte aus dem Werk dieses großartigen Malers, der von Künstlern wie Pierre-Auguste Renoir, Georges Seurat und Paul Cézanne gefeiert wurde.
http://www.sbma.net/exhibitions/delacroix.web
Allen, die sich bereits vorher mit dem Werk von Delacroix beschäftigen wollen, empfehlen wir das Buch Delacroix, das im Verlag Parkstone-International erschienen ist.
Der Tod und das Sterben in der Kunst – in den verschiedenen Epochen der Kunstgeschichte beschäftigten sich Künstler in ihren Werken mit dem Sterben und dem Tod, vor allem auch mit ihrem eigenen Ableben. Mittels unterschiedlichster Vanitas-Symbole veranschaulichten Künstler ihre eigene Sterblichkeit und hielten diese in ihrem Bildern auf eine einprägsame Weise dem Betrachter vor Augen. Von daher benennt man diese Darstellungen nach einem religiösen Leitsatz „Memento Mori – Bedenke, dass du sterben wirst”. So findet man das Memento Mori-Sujet als Stilmotiv immer wieder in der Kunst, mehrheitlich in Stillleben als in anderen Genren. Als typische Symbole verwendeten Künstler faulende oder mit Fliegen besetzte Früchte, umgekippte Weinkelche, Stundengläser, Totenschädel und viele weitere Objekte der Vergänglichkeit.
In einer abgeschwächten und weniger religiösen Form ist die Idee des Memento mori auch noch in der zeitgenössischen Kunst anzutreffen, beispielsweise bei den Surrealisten Salvador Dalí und Man Ray, dem Pop-Art-Künstler Andy Warhol und in den intermedialen Kunstwerken des Schotten Douglas Gordon.
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Die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert war in jeder Hinsicht eine Zeitenwende, die im Spannungsfeld der beiden Pole der etablierten Traditionen einerseits und der immer schneller voranschreitenden Moderne andererseits gesehen werden muss. In allen Bereichen öffneten sich bisher ungekannte Möglichkeiten mit teils enormen Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft.
Diese Veränderungen wirkten sich auch auf die Kunst aus.Gegen Ende des 19. Jahrhunderts tat sich schließlich eine Gruppe von Künstlern zusammen, die sich selbst als Propheten bezeichnete. Innerhalb dieser Gruppe, die unter anderem Künstler wie Paul Ranson und Paul Sérusier versammelte, findet sich auch der gebürtige Schweizer Félix Édouard Vallotton, auch der Fremde Nabi genannt.
Doch welche Botschaft hatten diese Künstler? → Weitere Informationen
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