Ein gemeinsames Frühstück im Grünen, danach ein Ausritt oder vielleicht eine Kutschfahrt? Zum Mittagessen in eines der schönen Restaurants am Grand Boulevard, dann ein ausgedehnter Schaufensterbummel, ein kurzer Plausch im Café und abends vielleicht ins Theater, in die Oper oder doch lieber zum Ballett?
Eine der großen Neuerungen, die die zweite Welle der Industriellen Revolution in Frankreich mit sich brachte, war die „Freizeit“. Die materielle und politische Absicherung des Bürgertums in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ließ die Menschen der sogenannten Belle Époque optimistisch in die Zukunft blicken. Mit dem Wirtschaftsaufschwung ging auch ein kultureller Aufschwung einher: Neue Cafés, Ateliers, Galerien, Salons und Konzertsäle mit einem vielfältigen kulturellen Freizeitangebot wurden eröffnet.

Auguste Renoir, Der Spaziergang, 1870. Öl auf Leinwand, 80 x 64 cm. J. Paul Getty Museum, Los Angeles.

Édouard Manet, Portrait des Théodore Duret, 1868. Öl auf Leinwand, 43 x 35 cm. Paris, Musée du Petit Palais.
Die bildende Kunst wurde zum Spiegel dieser neuen freizeitlichen Vergnügungen.Wie kaum zuvor rückte der Impressionismus (ca. 1860 – 1900) den Menschen und das alltägliche Leben ins Bildzentrum. Auf Auguste Renoirs (1841-1919) Gemälde Der Spaziergang (1870) wird ein wichtiger Grundsatz der Belle Époque deutlich: Unabhängig von der Art der Freizeitbeschäftigung, sei es ein Opernbesuch oder ein Spaziergang im Wald, war es überaus wichtig, stets gut gekleidet zu sein. Die wohlhabende Oberschicht stellte ihren neuen Reichtum durch die Kleidung oft äußerst großspurig zur Schau. Man ging nicht mehr zum Schneider und ließ sich ein Nullachtfünfzehn-Kleid anfertigen, sondern blätterte zunächst in den zahlreichen Modezeitschriften, um dann bei dem 1845 aus Lincolnshire eingewanderten und schnell berühmt gewordenen „Modeschöpfer“ Charles Frederik Worth (1825- 1895) Schlange zu stehen.
Je nach Ort und Anlass galt es, einen bestimmten Dresscode einzuhalten. Die wallenden, bevorzugt in hellen Farben gehaltenen leichten Sommerkleider waren aufwendig mit Rüschen, Spitzen und Volants besetzt. Die Männer trugen schwarze Sakkos und Krawatte. Ein – bei den Damen mit bunten Bändern und Blumen geschmückter –Sonnenhut und Lederhandschuhe waren bei einem Ausflug aufs Land obligatorisch. Wer mochte, trug einen Stock, einen Fächer oder einen Sonnenschirm mit sich.Neben den einfacheren Kleidern für die Landpartie besaß die gut situierte Oberschicht je nach Anlass mehrere elegantere Stadtkleider. Für den Cafébesuch wurde natürlich nicht dieselbe Kleidung wie für das abendliche Dinner, den Besuch des Opernballs oder der Theaterpremiere getragen. Stock und Zylinder waren nach wie vor für den Mann und der das Gesäß auspolsternde „Cul de Paris“ sowie eine große beutelartige Handtasche für die Frau ein Muss.
Claude Monet (1840-1926), Auguste Renoir (1841-1919) und Edgar Degas (1834-1917) – um nur die drei bekanntesten französischen Vertreter dieser Epoche zu nennen – fingen mit ihren Werken nicht nur zahlreiche flüchtige Augenblicke des modernen gesellschaftlichen Lebens ein, sondern fungierten gleichzeitig als Spiegel der damaligen Modewelt. Unter diesem Blickwinkel sind in der aktuellen Ausstellung L’impressionnisme et la mode im Musée d’Orsay in Paris noch bis zum 20. Januar 2013 neben den impressionistischen Gemälden originale Hüte und historische Kleidungsstücke ausgestellt. Ein Höhepunkt der Ausstellung ist das von Albert Bartholomé (1848-1928) gemalte Porträt seiner Frau Prospérie (1849-1887) in einem weiß-blau gepunkteten Sommerkleid, das neben dem Gemälde durch eine Glasvitrine geschützt im Original bewundert werden kann. Nähere Informationen über den Impressionismus, seine Geschichte und seine Vertreter finden Sie auch in dem von Parkstone-International herausgegebenen reich bebilderten E-Book Impressionismus.
-C.Schmidt
Gestapelte Pizzakartons und zu Pyramiden aufgetürmte leere Bierdosen sich das typische, an Studenten-WGs haftende Klischee – anstelle eines halbwegs akzeptablen Abendessens wird da schnell mal eine Dose geöffnet. Die gestapelten Dosen des Pop-Art-Künstlers Andy Warhols (1928-1987) erinnern jedoch nur auf den ersten Blick an unaufgeräumte Junggesellenbuden, zu akkurat sind die Dosen aufeinandergestapelt, jedes Cover genau dem Betrachter zugedreht.

Andy Warhol, 100 Campbell’s Soup Cans, 1962. Kasein, Acryl und Bleistift auf Leinwand, 183,5 × 132,3 cm. Museum für Moderne Kunst, Frankfurt am Main.
Warhol, der als Begründer und wichtigster Vertreter der in den 1960er Jahren entstandenen Bewegung der Pop-Art gilt, versetzt uns mit seinem Werk 100 Campbell’s Soup Cans in die Welt eines penibel sortierten Supermarktes, vollgepackt mit in Massenproduktion hergestellten Dosensuppen. Der Supermarkt als wichtiger, da häufig aufgesuchter Ort des Großstadtlebens und seine Waren werden nicht nur durch Warhol künstlerisch in Szene gesetzt. Die Pop-Art-Künstler isolieren triviale Alltagsgegenstände und machen sie zu ihren Bildmotiven, entbinden sie so von ihrer Alltäglichkeit und werten sie auf zu Kunst. Durch die Isolation der Alltagsobjekte und die flächige Inszenierung vor einem einfarbigen Hintergrund wirken die Werke steril. Was fehlt sind die Gebrauchsspuren, das natürliche Durcheinander, die Fingerabdrücke, die wir zeit unseres Lebens auf allem hinterlassen.
In dieser Hinsicht erinnern sie an die fotorealistischen Pappwelten des 1964 in München geborenen Bildhauers und Fotografen Thomas Demand, der ähnlich wie Warhol Bilder des kollektiven Gedächtnisses verwendet, die er dann aus Pappe maßstabsgetreu, lebens- oder überlebensgroß nachbaut. Durch eine ausgefeilte Lichttechnik erscheinen die so entstandenen Trugwelten auf seinen Fotografien derart realistisch, dass der Betrachter zwischen „echt“ und Reproduktion kaum noch unterscheiden kann. Nur die fehlenden Gebrauchsspuren und die Menschenleere seiner Interieure lässt den Betrachter misstrauisch werden.
Bei Warhol sind zwar Alltagsgegenstände abgebildet, aber derart verfremdet, dass die Frage nach „echt“ und Reproduktion eindeutig ausfällt: So realistisch insbesondere die Suppendosen aussehen mögen, die starken schwarzen Konturen, die knalligen Farben und die Flächigkeit der Werke erinnern an Comic-Stripes oder Werbeplakate. Seine vielen Porträts gefeierter Persönlichkeiten, wie Marilyn Monroe, Jackie Kennedy und Elvis Presley, wirken geradezu entmenschlicht. Nicht anders als bei Supermarktwaren geht es auch bei den „Celebrities“ um Image und Vermarktung. In einer Welt der Massenware wird neben der Kunst so der Mensch selbst zu einer Ware, die es zu verkaufen gilt. Und als gelernter Werbegrafiker verstand es Warhol, seine Kunst und auch sich selbst gekonnt zu vermarkten. In seinem Atelier, das er „Die Fabrik“ nannte, stellte er unter Mitarbeit mehrerer Gehilfen oft ganze Serien desselben Motives her.
Die Frage, ob sein Werk nun mehr Masse oder Klasse ist, muss jeder für sich selbst beantworten, feststeht aber, dass Warhol die Kunst revolutionierte, indem er immer wieder bewusst auf die Grenze zwischen Kunst und Kommerz anspielte und diese schließlich mit Erfolg untergrub. Denn wer weiß, ob wir ohne Warhols Pionierarbeit heute einen Begriff wie „Werbekunst“ akzeptieren würden.
Obwohl Kunstkritiker bereits seit Jahrzehnten feststellen, dass Warhol einen enormen Einfluss auf die zeitgenössische Kunst ausübt, gab es bisher noch keine Ausstellung, die diesen Einfluss im vollen Umfang aufzeigen konnte. Noch bis zum Ende dieses Jahres ist dies daher das erklärte Ziel der Ausstellung Regarding Warhol: 60 artists, 50 years im The Metropolitan Museum of Art in New York. Rund 45 Werke Warhols sind hier etwa hundert Werken von 60 Künstlern verschiedener Generationen gegenübergestellt und laden zur Spurensuche ein.
Bevor Sie sich aber auf Warhols Spuren begeben, sollten Sie als Vorbereitung einen Blick in den als gedrucktes und digitales Werk erhältlichen Titel Warhol des Verlags Parkstone-International werfen, mit seiner Vielzahl qualitativ hochwertiger Farbabbildungen liefert dieser einen umfangreichen Einblick in das Leben und Werk des Künstlers und hilft Ihnen mit Sicherheit bei der nur individuell zu beantwortenden Frage „Masse oder Klasse?“
http://www.metmuseum.org/exhibitions/listings/2012/regarding-warhol
Die Szenerie ist malerisch: Ein kleiner, klarer Bach schlängelt sich durch den Wald, eine Weide neigt sich über ihn, am Ufer wachsen Nesseln, Hahnenfuß, Maßliebchen und Kuckucksblumen. Eine junge Frau flechtet Blumenkränze, die sie zum Trocknen an den niedrigen Weidenzweigen aufhängt – doch plötzlich bringt ein falscher Schritt sie aus dem Gleichgewicht, sie strauchelt, findet keinen Halt und fällt ins Wasser. Der Bach, der sich urplötzlich zu einem regelrechten Wildwasserstrom entwickelt, reißt sie in die Tiefe, ihre Kleider saugen sich voll Wasser, die junge Frau schnappt verzweifelt nach Luft, doch ihre Lungen haben sich schon mit Wasser gefüllt, sie ertrinkt elendiglich.
Das Gemälde Ophelia des britischen Malers John Everett Millais (1829-1896) zeigt Ophelia kurz vor dem Ertrinken, die junge Frau liegt im Wasser, ihre Arme offen angewinkelt, ihre Hände ragen aus dem Wasser hervor, in der Rechten hält sie den Blumenkranz, ihr Blick ist schockstarr nach oben gerichtet, ihr Mund leicht geöffnet, noch halten ihre aufgeblähten Kleider sie oben. Doch wo bleibt hier die Dramatik? Das Ufer scheint so nah, der Bach nicht wirklich tief, die Frau wirkt jung und sportlich. Warum kämpft sie nicht um ihr Leben?
Millais bleibt bei seiner Darstellung sehr nah an Shakespeares (1564-1616) Tragödie Hamlet. William Shakespeare war für die Mitte des 19. Jahrhunderts in England von den Malern Dante Gabriel Rossetti (1828-1882), William Holman Hunt (1827-1910) und John Everett Millais gegründete Präraffaelitische Bruderschaft (PRB) eine beliebte Quelle. Der von Hamlets Mutter geschilderte Tod Ophelias ereignet sich in Shakespeares Stück nicht auf der Bühne, sondern im „Off“, und damit ohne jegliche Dramatik. Im Stück werden die letzten Minuten Ophelias von Hamlets Mutter Gertrude verblüffend emotionslos geschildert:
Dort, als sie aufklomm, um ihr Laubgewinde
An den gesenkten Ästen aufzuhängen,
Zerbrach ein falscher Zweig, und nieder fielen
Die rankenden Trophäen und sie selbst
Ins weinende Gewässer. Ihre Kleider
Verbreiteten sich weit und trugen sie
Sirenen gleich ein Weilchen noch empor,
Indes sie Stellen alter Weisen sang,
Als ob sie nicht die eigne Not begriffe,
Wie ein Geschöpf, geboren und begabt
Für dieses Element. Doch lange währt’ es nicht,
Bis ihre Kleider, die sich schwer getrunken,
Das arme Kind von ihren Melodien
Hinunterzogen in den schlamm’gen Tod.
(Auszug aus Shakespeares Tragödie Hamlet, 4. Aufzug, 7. Szene)
Ob diese Erzählung der wahren Begebenheit entspricht oder ob es ein vielleicht aus Wahn begangener Suizid oder sogar Mord war, lässt Shakespeare offen. Die Szene umgibt daher etwas Mystisches, Geheimnisvolles. Die detaillierte Wiedergabe der Natur und Ophelias jugendliche Schönheit als Symbole des natürlichen Kreislaufs des Werdens und Vergehens allen Lebens machen das Sujet bei den Präraffaeliten, die das Naturstudium als einzig notwendiges Studium ansahen und sich von den tradierten akademischen Regeln abwandten, so beliebt.
Die aktuelle Ausstellung Pre-Raphaelites: Victorian Avant-Gardeder Tate Britain versammelt über 150 Arbeiten der Präraffaeliten: Gemälde, Skulpturen, Fotografien und auch Werke der angewandten Kunst sind seit dem12. September 2012 und bis zum 13. Januar 2013 zu sehen. Ausführliche Informationen über die Präraffaeliten finden Sie aber auch in dem vom Verlag Parkstone-International herausgegebenen Buch Die Präraffaeliten.
http://www.tate.org.uk/whats-on/tate-britain/exhibition/pre-raphaelites-victorian-avant-garde
-C.Schmidt
Der französische Impressionismus hat viele große Namen hervorgebracht: Bazille, Cézanne, Degas, Gauguin, Manet, Monet, Sisley, Morisot, Pizarro und Renoir, um nur einige zu nennen. Sie alle waren Impressionisten, strebten nach einer Erneuerung der Kunst, waren der Freilichtmalerei verpflichtet und trotz gleicher Ziele war doch jeder für sich einzigartig. Ergänzen Sie der (Un-)Vollständigkeit halber diese Aufzählung noch um einen weiteren Künstler, der in der deutschen Kunstgeschichte erst in den letzten Jahren wirklich Beachtung fand: Gustave Caillebotte (1848-1894).
Der Künstler, der bisher noch mehr Bedeutung als Mäzen und Sammler erlangte und in enger Freundschaft zu Monet, Renoir und Sisley stand, wurde zum ersten Mal 1994 in einer größeren Ausstellung in Paris gewürdigt. Sein Werk ist ohne Zweifel impressionistisch. Doch ist es nicht nur seine Themenwahl, es sind nicht nur die alltäglichen Szenen, die unwillkürlich die Assoziation zum Realismus implizieren. Es ist auch seine fotografische Perspektive, mit der er das Leben in den Cafés, in den Straßen und auf den Pariser Boulevards auf die Leinwand bannt.
Den Stadtansichten stehen Porträts, Interieurs und Landschaften gegenüber, die ebenso zwischen fotografischem Realismus und malerischem Impressionismus balancieren. Der private Raum findet gleichermaßen zur Darstellung wie der öffentliche Raum – und immer wahrt Caillebotte eine gewisse hinreißende Intimität, in der wir uns gern verlieren.

Rue de Paris, temps de pluie (Paris, an einem Regentag), 1877. Öl auf Leinwand, 212,2 x 276,2 cm. Art Institute, Chicago.
Caillebotte: Ein Künstler zwischen Realismus und Impressionismus oder eher zwischen Fotografie und Malerei? Die SCHIRN Kunsthalle Frankfurt am Main stellt ab dem 18. Oktober unter dem Titel Gustave Caillebotte. Ein Impressionist und die Fotografieden lange von der Kunstgeschichte vernachlässigten Künstler aus.
Sollten Sie keine Gelegenheit zum Besuch der Ausstellung haben, können Sie aber alternativ Caillebottes künstlerischen Werdegang auch von zu Haus aus nachverfolgen. Grundlage dafür kann etwa der vom Verlag Parkstone-International aufgelegte Titel Caillebotte mit seinen vielen Detailansichten im handlichen Druckformat sein.
So oder so ähnlich lesen sich zahlreiche Kontaktanzeigen in der lokalen Presse oder dem Internet. Und auf der Suche nach einem zeitweiligen Partner oder gar einem fürs Leben sind wir erst einmal herausgefordert, die zahlreichen Informationen zu dechiffrieren, die uns dieser Einzeiler gegeben hat.
Neben all diesen Abkürzungen, Zahlenkombinationen und der Frage „Was zum Kuckuck ist ein jung gebliebener Endvierziger?“ findet sich auch eine recht poetische Selbstbeschreibung – Rubensfrau. Die „Rubensfrau“ als Synonym für eine gut gebaute, füllige Frau mit deutlichen weiblichen Rundungen und einem üppigen Hinterteil – eine Frau halt, die „etwas zum Anfassen“ hat, würde vielleicht der ein oder andere männliche Zeitgenosse sagen.
Dieser Peter Paul Rubens (1577-1640) war übrigens ein flämischer Maler des Barock, in dessen Werken dieses Frauenbild zum Schönheitsideal avancierte. (Halb-)nackte Frauen finden sich in mythologischen oder historischen Szenerien in Frontal- oder Rückenansicht recht häufig und sind dabei immer ein wenig fülliger. Damals ein Schönheitsideal, weicht das Bild der Frau in den heutigen Medien stark davon ab – schlank ist schön – heißt es da. Dennoch finden wir in den Kleinanzeigen unserer medialen Welt immer wieder Frauen, die auf poetische Art und Weise vermitteln, dass sie zwar nicht dem „Ideal“ entsprechen, aber dennoch schön sind. Und da Schönheit irgendwie immer im Auge des Betrachters liegt …

Peter Paul Rubens, Venus vor dem Spiegel, um 1614. Öl auf Holz, 124 x 98 cm. Sammlungen des Fürsten von und zu Liechtenstein, Vaduz – Wien.
Wenn Sie nun die originalen „Rubensfrauen“ in ihren besten Jahren blank und bloß und sich lasziv auf der Leinwand rekeln sehen wollen und auch gespannt darauf sind, wie sich diese in einen politisch diplomatischen Kontext einfügen, dann bietet Ihnen das renommierte Von der Heydt-Museum in Wuppertal zwischen dem 16. Oktober 2012 und dem 28. Februar 2013 mit der Ausstellung Peter Paul Rubens die Gelegenheit dazu.
Begleitend oder alternativ können Sie Ihre Vorstellungen über die „Rubensfrauen“ Bmb (Bitte mit Bild) im handlichen Format mit dem hervorragend bebilderten Titel Rubens von Maria Varshavskaya und Xenia Egorova von Parkstone-International erweitern.
Wie lassen sich Kunst und Mathematik vereinen? Wenn der kreative Geist des Künstlers und der logisch überlegte Verstand des Mathematiker hier und da im Laufe der Kunstgeschichte zusammen fanden, wie etwa bei Albrecht Dürer, entstanden großartige Kunstwerke.
Albrecht Dürer, der Druckgrafiker der deutschen Renaissance, leistete mit der Veröffentlichung verschiedener Werke zu mathematischen Prinzipien, zur Perspektive oder auch zu idealen Proportionen einen entscheidenen Beitrag zur Mathematik. Zur selben Zeit wie die Universaltalente Leoardo da Vinci und Piero della Francesca sollte auch Dürer Kunst und Mathematik erfolgreich miteinander verbinden und so zu einer „ultimative Wahrheit” gelangen. Sein Kupferstich Melencolia I (1514)ist ein unumstrittenes Beispiel dafür:
Gelehrte haben Jahrhunderte damit verbracht, den „Rhomboederstumpf” in der linken Bildhälfte auf seine mathematische Genauigkeit hin zu analysieren, um ihn letzendlich als exakte geometrische Wiedergabe anerkennen zu müssen. Aufgrund aller Kalkulationen die Seitenverhältnisse und Winkel betreffend, eigentlich Thema einer mathematischen Debatte, wird die komplexe Geometrie hier zum Gegenstand künstlerischer Auseinandersetzung.
Was inspirierte diese wissenschaftliche Kunst oder künstlerische Wissenschaft? Bei allen Werken, die aus der Verschmelzung von Künstler und Mathematiker hervorgegangen sind, scheint es doch so, dass die Mathematik die Kunst schöner macht. Bereits bei den alten Ägyptern beispielsweise galt der „Goldene Schnitt” beim Bau ihrer Pyramiden als „ästhetisch ansprechend”.
Aber muss schöne Kunst auch immer mathematisch korrekt sein?
Lernen Sie Dürer und eine Reihe andere europäischer Künstler in der Ausstellung Dürer and Beyond: Central European Drawings 1400-1700 im Metropolitan Museum of Art noch bis zum 3. September 2012 kennen. Alternativ können Sie die großartigen Werke Dürers mit diesem qualitativ hochwertigen und reich bebilderten Kunstbuch genießen.
Haben Sie schon einmal vor einem Kunstwerk gestanden und waren innerlich wirklich bewegt? Vielleicht, weil Sie die Geschichte zum Werk oder die künstlerische Intention kannten, weil Sie von der Technik überwältigt waren oder einfach nur, weil es in dem Moment, in dem Sie es betrachteten, nahezu zusammenhanglos alles in Ihnen aufwühlte, Sie unglaublich beeindruckte? Dieses Gefühl ist überwältigend und leider auch viel zu selten. Es gibt viele Meisterwerke der Kunst, aber nur wenige, die uns persönlich anregen, über ein „wunderschön“ hinausgehen. Klitzekleine Synapsen in unserem Körper reagieren auf unsere Sinneseindrücke: tasten, schmecken, riechen, hören und SEHEN.
Jede Epoche hat Kunstwerke hervorgebracht, die die Fähigkeit besitzen, zu bewegen. Versuchen Sie es doch mal mit einer Zeit, in der sich selbst viel bewegt hat: vom Lösen von der akademischen Malerei über die Freilichtmalerei hin zur Auflösung der Form mittels der Farbe.
1912 – Das Jahr der großen Sonderbundausstellung in Köln! Die großartigen Künstler der Jahrhundertwende und der folgenden Generationen, vom Impressionismus zum Expressionismus, alle nebeneinander. Cézanne, van Gogh, Munch, Picasso, die Künstler der Brücke, des Blauen Reiter und viele, viele mehr. Rund 650 Werke, darunter auch Skulpturen Lembrucks, wurden in einer internationalen Ausstellung präsentiert, die zum ersten Mal die europäischen Kunstbewegungen der Zeit zusammenfasste und die Zeitgenossen bewegte.
2012 – Das Jahr der Retrospektive! Die Möglichkeit, zumindest eine Auswahl der sich heute größtenteils in Privatsammlungen befindlichen Kunstwerke zu betrachten, sich überwältigen zu lassen, ist einmalig. Das Wallraf-Richartz-Museum in Köln gibt mit der Retrospektive 1912 – Mission Moderne. Die Jahrhundertschau des Sonderbundes noch bis Ende Dezember Gelegenheit dazu. Hundert Jahre danach können wir einen Teil der ursprünglichen Ausstellung in ihren Schwerpunkten und Zielsetzungen rekonstruiert nacherleben, Meisterwerke der Kunstgeschichte bewundern, uns berühren lassen. Nutzen Sie diese Möglichkeit!
Begleitend zur Ausstellung finden Sie in dem umfangreichen Katalog des Verlages Parkstone-International zahlreiche Monografien zu Künstlern wie Cézanne von Nathalia Brodskaya, Vincent van Gogh, Gauguin oder Picasso von Victoria Charles, zu Kirchner von Klaus H. Carl, Munch von Elizabeth Ingles oder auch zu Schiele von Jeanette Zwingerberger.
Weitere E-Books unserer Autoren mit hervorragenden Abbildungen verschaffen Ihnen einen ersten allgemeinen Überblick über die Kunstströmungen des Impressionismus, ebenfalls von Nathalia Brodskaya, und des Expressionismus von Ashley Bassie.
Als Edmond Renoir, Journalist und Bruder des Malers Auguste Renoir (1841-1919), an einem begleitenden Katalog für die erste im Jahr 1874 stattfindende Ausstellung der – wie sie sich selbst nannten – Société anonyme des artistes, peintres, sculpteurs, graveurs (Die Anonyme Gesellschaft der Künstler, Maler, Bildhauer und Grafiker) arbeite, fiel ihm auf, dass Claude Monet (1840-1926) viele seiner Werke einfach mit dem Titel Le Havre versehen hatte. Auf einem dieser Gemälde ist eine diesige, in grau-blaue Nebelschwaden gehüllte morgendliche Flussszenerie dargestellt. Die Umrisse einiger kleiner Paddelboote im Bildvordergrund und größerer im Hafen liegender Segelboote zeichnen sich im Bildhintergrund ab. Der Hafen selbst und die normannische Stadt Le Havre sind im dämmrigen Morgenlicht und aufgrund der dichten Nebelschwaden jedoch nicht zu erkennen. „Schreib Impression“ lautete daher Monets Vorschlag für eine Neubetitelung des Gemäldes, nicht ahnend, dass damit die Bezeichnung der neuen Stilrichtung gefunden war.

Claude Monet, Impression, Sonnenaufgang, 1872. Öl auf Leinwand, 48 × 63 cm. Musée Marmottan Monet, Paris.
Am 25. April 1874 erschien in der Zeitschrift Charivari ein satirischer, von dem Kritiker Louis Leroy geschriebener Artikel über die Ausstellung aus Sicht eines akademischen Besuchers: „Impression, da bin ich mir sicher“, lässt er den vor Monets Gemälde stehenden Akademiker murmeln „[…] welch Freiheit, welch Gewandtheit in der Ausführung! Die unvollendete Tapete ist vollendeter als dieses Seestück hier!“ (Charivari, 25 April 1874). Seinem Artikel überschrieb Leroy sarkastisch mit dem Titel Die Ausstellung der Impressionisten – ein zunächst durchaus negativ gemeinter Neologismus, der aber so geläufig wurde, dass er sich als Epochenbegriff durchsetzte.
Mit der ersten Ausstellung der Impressionisten war ein großer Schritt hin zu einer Kunst getan, die das moderne, die Künstler umgebende Leben widerspiegelte. Paris gehörte schon im Mittelalter zu den größten Städten Europas und gilt als die erste Großstadt des Westens. Hier entwickelten sich typische städtische Lebensformen: Elegant gekleidete Fußgänger schlendern den neuen durch den Architekten Georges-Eugène Haussmann (1809-1891) geprägten Pariser Boulevard entlang, die kleinen Straßencafés sind gut besucht, im Park wird getanzt und gepicknickt. Das moderne Paris lieferte den Impressionisten viele Motive, und die Anonymität der Großstadt brachte gleichzeitig viele Freiheiten mit sich: „Das Paris zwischen den Weltkriegen“, bemerkte Simonetta Fraquelli, „[…] war die hedonistische Metropole Europas, Kreuzung und Testgebiet der Kunst von unvergleichlicher Vitalität, das Ziel von Künstlern auf der Suche nach Freiheit und Inspiration. Paris verkörperte einen Traum.“
Der Entwicklung der Gesellschaft und der Entstehung des modernen Lebens in den 1800er Jahren widmet sich auch die aktuelle Ausstellung Modern Life – France in the 19th im Century Nationalmuseum in Stockholm. Noch bis zum 3. Februar 2013 werden dort Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Fotografien und Werke der angewandten Kunst präsentiert. Von der klassisch inspirierten Kunst der napoleonischen Ära, über die neue Freilichtmalerei, vom kurvigen Jugendstil bis hin zum Impressionismus sind Werke von Claude Monet, Emile Gallé, Edouard Manet, Berthe Morisot, August Rodin, Gustave Courbet und vielen anderen Künstlern ausgestellt.
Der Impressionismus ist eine der Epochen, die in der Kunst einen großen Umbruch auslösten, eine Epoche, die es zu entdecken lohnt.
Einen weiterführenden guten Überblick können Sie sich mit dem im Verlag Parkstone-International erschienenen und als E-Book oder Druckausgabe erhältlichen Titel Impressionismus verschaffen.
Auch wenn das Mittelalter häufig als „dunkle Zeit“ bezeichnet wird, so ist damit nicht das Fehlen des Tageslichts gemeint. Viel mehr verleiten fehlende Informationen und Aufschluss gebende adäquate Quellen über Lebensstil, Traditionen und geschichtliche Zusammenhänge dazu, das Mittelalter eben als „dunkle Zeit“ zu beschreiben.
Zahlreiche Handschriften können jedoch zumindest ein wenig Licht auf dieses uns entfernte Kapitel der Geschichte werfen. Sie bringen uns die Helden des Artushofes und dessen Tafelrunde, vom sagenhaften walisischen Ritter Gawein von Orkney und des den Gral suchenden Ritters Parzival sowie die Lieder und Sangsprüche Walters von der Vogelweide (um 1170- um 1230) näher.
Doch überwältigt sind wir von der Ausführung und Farbenpracht der die Manuskripte zierenden Initialen und Miniaturen. Sie sind weder aus der geistlichen noch aus der so vielfältigen weltlichen Literatur wegzudenken. Ob im Zusammenhang mit der kirchlichen oder der privaten Andacht – in Gesangs- und Stundenbüchern finden sich immer wieder auf Goldgrund dargestellt die zarte Gestalt der Maria und die Leiden Christi neben weiteren Geschichten von Heiligen und aus der Bibel. Die prächtigen Bildwerke dieser frommen Lektüre, die mitunter einziges Verständigungsmittel zwischen den komplizierten Riten der Höfe und der analphabetischen Bevölkerung waren, zeigen uns nicht nur die Bedeutung der Religion, sondern demonstrieren vor allem auch die Macht der Kirche.
Als Illustration, Texterläuterung oder mit eigenständiger narrativer Funktion schmücken sie bis heute die überlieferten Handschriften und erhellen uns das „dunkle Mittelalter“. Noch bis zum 03. Februar 2013 können Sie in der Ausstellung The Art of Devotion in the Middle Ages im Getty Museum Los Angeles einen Blick auf die „Kunst der Andacht“ werfen oder sich weitere Informationen aus dem umfangreichen Bildband Meisterwerke der Buchmalerei von Edmond de Goncourt und Jp. A. Calosse des Verlages Parkstone-International auf ihren E-Book-Reader holen.
Wie oft standen wir während unseres Studiums der Kunstgeschichte bei den sogenannten „Übungen vor Originalen“ vor christlichen Meisterwerken und gingen vor unseren inneren Augen das „Who‘s Who“ der Kunstgeschichte durch. Auf einer Darstellung der Thronenden Madonna beispielsweise sind im Bildzentrum auf einem Thron sitzend die Gottesmutter und auf ihrem Schoß das Jesuskind dargestellt. Befinden sich weitere Personen auf dem Werk – was keine Ausnahme, sondern eher der Regelfall ist – wird es schon schwieriger. Auf dem seit dem Mittelalter sehr häufig auftretenden Bildtypus der Maestà, der Maria als Herrscherin zeigt, wird diese von Engeln umringt, häufig sind auch mehrere anhand ihrer jeweiligen Attribute erkenntliche Heilige dargestellt.
Besonders schwierig wird es aber, wenn sich die Stifter des Werkes ebenfalls auf der Darstellung befinden. Bereits seit dem Mittelalter war es durchaus üblich, sich als Stifter oder Auftraggeber eines Werkes auf diesem mit abbilden zu lassen. Besonders beliebt wurden die Stifterfiguren durch den gesellschaftlichen Wandel in den Niederlanden im Laufe des 14. Jahrhunderts: Nicht mehr ausschließlich die Kirche, sondern auch weltliche Mäzene gehörten nun zu den wichtigsten Auftraggebern der bildenden Kunst, und für die private Andacht zu Hause wurden immer mehr christliche Bildthemen und Altarretabel in Auftrag gegeben.

Hieronymus Bosch: Epiphanie-Triptychon, um 1510 (linker Flügel). Öl auf Holz. Museo del Prado, Madrid.
Heutzutage mag die Idee, sich mit der Thronenden Maria und dem Jesusknaben auf einem Altarretabel zu befinden absurd anmuten. Die Darstellung als Stifter brachte nach dem damaligen Verständnis jedoch genügend Vorteile, um ein in der Regel sehr kostspieliges Stifterbild zu rechtfertigen, denn durch die Förderung des religiösen Werkes konnten die Stifter dem Himmelreich einen Schritt näher kommen. Während die Stiftung an sich bereits eine gute Tat darstellte, förderte die gleichzeitige Darstellung in dem gestifteten Werk zusätzlich die Aussicht auf einen positiven Ausgang des Jüngsten Gerichts, da es üblich war, die dargestellten Stifter bei der Anbetung mit ins Gebet einzuschließen und sich für deren Seelenheil starkzumachen. In einer andächtigen Pose dargestellt, konnten sich die Stifter darüber hinaus nicht nur als vorbildliche Christen präsentieren, sondern zeigten damit auch ihre Zugehörigkeit zu den privilegierten Kreisen, da nur diese sich eine solche Darstellung leisten können.
Einer der am meisten bewunderten niederländischen Maler des 16. Jahrhunderts war der Renaissance-Maler Maerten van Heemskerck (1498-1574). Eines seiner wichtigsten Werke – das Altarbild Ecce Homo (1544) – wurde in den vergangenen 18 Monaten von einem Expertenteam aus Kuratoren, Restauratoren und Wissenschaftler des Getty Museums und des Getty Conservation Institute konserviert und eingehend untersucht. Seit Anfang Juni 2012 und noch bis zum 13. Januar 2013 ist das zu der Sammlung des Nationalmuseums in Warschau zählende Meisterwerk im The J. Paul Getty Museum in Los Angeles ausgestellt. Auch hier gibt es zwei Stifterfiguren zu bewundern.
Wer weitere Informationen zu Stifterfiguren in der Malerei, zu Hans Memling oder Hieronymus Bosch sucht, findet diese mit hervorragenden Farbabbildungen in den als gebundene Ausgabe oder als E-Book erhältlichen Büchern Bosch und Memling des Verlages Parkstone-International.
http://www.getty.edu/art/exhibitions/heemskerck/
Nach Kategorien
Neuste Nachrichten
- 04/03/2018 - Alles, was du dir vorstellen kannst, ist real
- 04/03/2018 - Tout ce qui peut être imaginé est réel
- 04/03/2018 - Everything you can imagine is real
- 04/02/2018 - Als deutsche Soldaten in mein Atelier kamen und mir meine Bilder von Guernica ansahen, fragten sie: ‘Hast du das gemacht?’. Und ich würde sagen: ‘Nein, hast du’.
- 04/02/2018 - Quand les soldats allemands venaient dans mon studio et regardaient mes photos de Guernica, ils me demandaient: ‘As-tu fait ça?’. Et je dirais: “Non, vous l’avez fait.”







